Golf geschrottet: Alko-Lenker verurteilt

Vorarlberg / 28.04.2021 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Golf geschrottet: Alko-Lenker verurteilt
Der 21-jährige Unfalllenker hatte damals 0,6 Promille intus. Eckert

Unfall mit vier teils schwer Verletzten hatte gerichtliches Nachspiel, 1800 Euro Strafe.

Feldkirch Es war ein grauenhafter Unfall. Am 20. September vergangenen Jahres kollidierten mitten im Dornbirner Ried gegen Mitternacht zwei Fahrzeuge miteinander. „An einer Stelle, wo sich vor allem um diese Zeit Fuchs und Hase Gute Nacht sagen“, bringt es Verteidiger Oliver Diez bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch auf den Punkt. Ein 20-jähriger Mann fuhr mit seinem Golf auf der Freilandstraße. Offenbar hatte er etwas vergessen, wollte es holen und wendete seinen Wagen. Zunächst, so ergibt das Sachverständigengutachten von Christian Wolf, spurte er etwas nach rechts in die Wiese, ehe er den Wendevorgang einleitete. Als er quer stand, passierte das folgenschwere Unglück.

Mit voller Wucht

Zur gleichen Zeit fuhr nämlich ein 21-Jähriger mit zwei Kollegen mit einem Mercedes auf der Straße durch die Nacht. Der Fahrer war zuvor grillen am Bodensee und hatte etwas getrunken, das Gericht wird später bei seiner Verurteilung von einer Alkoholisierung von 0,6 Promille ausgehen.

Der Wagen raste auf der Strecke, wo 80 erlaubt sind, mit mindestens 120 km/h dahin. „Plötzlich war da dieses Auto mitten auf der Straße“, erinnert sich einer der zwei Männer, die mitgefahren waren. „Bremsspuren gibt es keine“, so Wolf im verkehrstechnischen Gutachten. Ein aufwendiges Beweisverfahren beginnt. Varianten, wer wen mit Abblend- oder Fernlicht wann gesehen hat, werden diskutiert. Zum Schluss bleibt offen, ob der Golf beim Wendevorgang kurz vor der Kollision bereits quer mitten in der Straße stand oder langsam fuhr. Der Golf wurde regelrecht zerfetzt, der Motorblock des Wagens herausgerissen und 50 Meter weit in die Wiese geschleudert.

Kollision vermeidbar

Richter Thomas Wallnöfer hakt beim Sachverständigen nach: „Wäre mit den an der Unfallstelle vorgeschriebenen 80 km/h die Kollision durch ein Auslenkmanöver nach links vermeidbar gewesen?“

„Ja, auf alle Fälle“, lautet die Antwort. Wie durch ein Wunder überlebten alle den Zusammenstoß, obwohl die Stelle ein regelrechtes Trümmerfeld war. Die vier Personen wurden unterschiedlich schwer verletzt. Am schlimmsten erwischte es einen 17-jährigen Beifahrer des Rasers. Er war nicht angeschnallt und sein Bein wurde mehrfach gebrochen. Fünfzehn mal musste er bereits operiert werden, immer noch ist ein kompliziertes Gestänge mit verstellbaren Schrauben an seinem Bein angebracht, elf Wochen lag er im Spital. Der alkoholisierte Raser muss wegen fahrlässiger Körperverletzung 1800 Euro Strafe bezahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.