Nur die Kamera war Zeuge

Vorarlberg / 28.04.2021 • 20:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Einen frechen Coup leistete sich ein Langfinger mit gleich zwei Einkaufswagen in einem Supermarkt. SYMBOL/VN
Einen frechen Coup leistete sich ein Langfinger mit gleich zwei Einkaufswagen in einem Supermarkt. SYMBOL/VN

Ladendieb wollte sich mit vollen Einkaufswagen durch Eingang von Markt hinausstehlen.

Dornbirn Kassen am Ausgang von Supermärkten haben für zahlungsscheue Ladendiebe naturgemäß etwas Unliebsames, durchaus Bedrohliches an sich. Um dieses Problem buchstäblich zu umgehen, tüftelte eine rumänische Roma-Gruppe einen speziell raffinierten Plan aus.

An Eingangstüre postiert

Und der sah so aus: Während ein Mitglied am Eingang stehen blieb und so jederzeit ein Öffnen der Türe gewährleisten konnte, bediente sich ein weiterer Komplize der Gruppe aus den Regalen. So geschehen in einem Vorarlberger Lidl-Markt im Unterland. Doch der Dieb gab sich dabei nicht etwa bescheiden, nein, er füllte gleich zwei Einkaufswagen zum Bersten voll mit Lebensmitteln im Wert von beinahe 1000 Euro.

Zunächst funktionierte die Strategie. Fernab vom Ausgang schleppte der Rumäne die prall gefüllten Wagen durch die von seinem Komplizen offen gehaltene Eingangstüre. Allerdings halten auch hier Überwachungskameras das Geschehen fest. So entging der Coup nicht den Augen des Filialleiters, der die Täter beim Verladen der Beute in einen Pkw stellte.

Nach der Anzeige wird der Fall am Bezirksgericht Dornbirn verhandelt. Der Hauptangeklagte zieht es jedoch vor, dem Prozess fern zu bleiben. Also verhandelt Richter Werner Feurstein in Abwesenheit des Beschuldigten.

Bezirksanwalt Stefan Willi betont dabei die Dreistigkeit des Diebstahls, wie sie ihm in seiner langjährigen Karriere noch kaum untergekommen sei: „Das muss man sich mal vorstellen. Wieviel Lebensmittel muss man beim Lidl kaufen oder stehlen, um auf einen Wert von beinahe tausend Euro zu kommen? Im besagten Fall hatte die Preisliste beinahe fünf Seiten in Anspruch genommen.“

480 Euro Geldstrafe

Doch da der Coup nur beim Versuch geblieben war, hält sich auch die Strafbemessung in Grenzen. Der abwesende Beschuldigte wird vom Richter zu einer unbedingten Geldstrafe von insgesamt 480 Euro in 120 Tagessätzen zu je vier Euro verurteilt. VN-GS

„Wie viel muss man beim Lidl stehlen, um auf einen Wert von 1000 Euro zu kommen?“