Priorisierung auch für pflegende Angehörige

Vorarlberg / 29.04.2021 • 19:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Pflegende Angehörige fühlen sich bei der Impfung zurückgesetzt.vn/lerch
Pflegende Angehörige fühlen sich bei der Impfung zurückgesetzt.vn/lerch

Anderslautende Meldung auf der Landeswebseite irritiert offenbar.

Hohenems Den anhaltenden Mangel an Impfstoff vor allem zu Beginn des Impfstarts im Jänner bekamen pflegende Angehörige besonders hart zu spüren. Für sie gab es, im Gegensatz zu anderen pflegenden und betreuenden Berufen keine Möglichkeit der Priorisierung, auch nicht über den Hausarzt, selbst, wenn sie mit Risikopatienten unter dem gleichen Dach wohnten. So steht es nach wie vor auch auf der Webseite des Landes geschrieben, und das scheint viele zu irritieren. „Immer wieder beklagen sich pflegende Angehörige, dass es mit der Vorreihung offenbar in Wien bestens funktioniert, bei uns aber nicht“, berichtet Angelika Hämmerle, Obfrau der Interessenvertretung für pflegende und betreuende Angehörige.

Zeitnah zur Impfung

Inzwischen hat sich die Situation jedoch geändert. Auf VN-Nachfrage teilte die Landespressestelle mit, dass pflegende Angehörige sehr wohl über den Hausarzt bzw. die Hausärztin in die Risikogruppe eingestuft werden können und dann zeitnah einen Termin zur Impfung erhalten. „Das ist auch mit dem Impfteam abgeklärt“, bestätigt Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker und ergänzt: „Das ist gut so.“ Mittlerweile trifft zudem immer mehr Impfstoff im Land ein. Das dürften auch den pflegende Angehörigen zugute kommen, indem sie auch bei einer normalen Vormerkung rasch eine Impfeinladung erhalten, meint Wiesflecker. Angelika Hämmerle zeigt sich erleichtert, übt gleichzeitig aber Kritik an der Vorgehensweise: „24-Stunden-Betreuerinnen wurden schon lange vorher priorisiert und somit höhergestellt als der größte Pflegedienst im Land, nämlich die pflegenden Angehörigen.“

Sie seien zum Teil auch im Beruf einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt und müssten dann mit der Angst und Ungewissheit nach Hause zu ihren Patienten. Hämmerle hätte sich gewünscht, dass diese Problematik früher gesehen worden wäre. Mit rund 80 Prozent ist der Anteil der pflegebedürftigen Menschen, die von Angehörigen betreut werden, in Vorarlberg hoch. In eine nackte Zahl gegossen sind das rund 14.000 Personen, die in ihrer gewohnten Umgebung den Lebensabend verbringen. VN-MM