Tourismusinvestition: Den Blick nach vorne gerichtet

Vorarlberg / 30.04.2021 • 14:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Tourismusinvestition: Den Blick nach vorne gerichtet
Karin Berchtold (39) und ihr Bruder Josef Moosmann (44) investieren 1,1 Millionen Euro in die Erneuerung und den Ausbau des Berghauses Kanisfluh auf der Schnepfegg. VN/SAMS

Mitten in der Pandemie: Das Berghaus Kanisfluh investiert in die Zukunft.

Schnepfau Der Blick auf die Bergwelt des Hinteren Bregenzerwaldes ist atemberaubend. Eine Erhebung sticht ins Auge: die Kanisfluh. Nach ihr ist auch der Berggasthof auf der Schnepfegg, der seit Mitte der 50er-Jahre bewirtschaftet wird, benannt. Vor knapp 20 Jahren hat mit den Geschwistern Karin Berchtold (39) und Josef Moosmann (44) die dritte Generation der Wirtefamilie die Geschicke des Hauses in die Hand genommen. Aus den Umsätzen habe man praktisch jedes Jahr in die Erneuerung investiert. „Wir wollten aber schon länger ein etwas größeres Vorhaben realisieren“, sagt Josef Moosmann vor der Baustelle auf der Anhöhe.

VN-Reportage auf der Baustelle des Berghauses Kanisfluh: Josef Moosmann beschreibt das Bauvorhaben. Unter anderem wird die Terrasse von 80 auf 110 Sitzplätze erweitert. <span class="copyright">VN/Sams</span>
VN-Reportage auf der Baustelle des Berghauses Kanisfluh: Josef Moosmann beschreibt das Bauvorhaben. Unter anderem wird die Terrasse von 80 auf 110 Sitzplätze erweitert. VN/Sams

Seit Wochen wird intensiv am Ausbau des Berggasthofes gearbeitet. Die Terrasse, die bei Schönwetter an Wochenenden aus allen Nähten platzt, wird von 80 auf 110 Sitzplätze erweitert, Personalzimmer werden errichtet und ein „Mehrzweckstadl“ mit bewirtschaftetem Schopf gebaut.

Altbestand wurde abgebrochen und eine Art "Mehrzweckstadl" mit bewirtschaftetem Schopf errichtet. <span class="copyright">VN/Sams</span>
Altbestand wurde abgebrochen und eine Art "Mehrzweckstadl" mit bewirtschaftetem Schopf errichtet. VN/Sams

Rund 1,1 Millionen Euro investieren die Tourismusunternehmer in das Bauprojekt. Die Coronapandemie hat ihnen dabei in die Hände gespielt. „Wir hatten einen guten Sommer mit vielen einheimischen Besuchern und einer guten Buchungslage der Gästebetten“, so Karin Berchtold. Die zweite Coronawelle stoppte den Betrieb im Herbst abrupt. Das Wintergeschäft fiel aus und die Perspektive für den Frühling, wieder aufsperren zu können, war ungewiss. Für Karin Berchtold und Josef Moosmann der ideale Zeitpunkt, das längst geplante Vorhaben umzusetzen, weil „jetzt eh kein Geschäft zu machen war“.

Das Berghaus Kanisfluh mit einem atemberaubenden Blick auf die Berge des Hinteren Bregenzerwaldes. <span class="copyright">VN/Sams</span>
Das Berghaus Kanisfluh mit einem atemberaubenden Blick auf die Berge des Hinteren Bregenzerwaldes. VN/Sams

Investieren, wenn die Einnahmen ausbleiben: „Wir gehen das Ganze optimistisch an und sehen das als eine langfristige Investition“, ist der Blick der beiden in die Zukunft gerichtet. Die Normalität und mit ihr die Gäste werden zurückkehren, davon sind die Wirte überzeugt. „Wenn vielleicht heuer noch nicht im vollem Umfang, dann aber im nächsten Jahr“, hofft Moosmann.

Die Arbeiten für die Erneuerung und Erweiterung des Berghauses Kanisfluh laufen auf Hochtouren, wie diese aktuelle VN-Drohnenaufnahme zeigt. <span class="copyright">VN/Sams</span>
Die Arbeiten für die Erneuerung und Erweiterung des Berghauses Kanisfluh laufen auf Hochtouren, wie diese aktuelle VN-Drohnenaufnahme zeigt. VN/Sams

Auf der Schnepfegg haben sie jedenfalls die Zeit, in der sie als Wirtshaus und Beherbergungsbetrieb mit 28 Betten zur Untätigkeit gezwungen waren, gut genutzt. Am 29. Mai sollen die Arbeiten so weit fortgeschritten sein, dass der Betrieb wieder geöffnet werden kann. Neben den heimischen Tagesgästen hoffen die Wirtsleute bald auch auf die Rückkehr der Urlaubsgäste. 4500 Nächtigungen sind es in einem guten Jahr. Ganz ohne die Nächtigungen lässt sich der Betrieb nicht wirtschaftlich führen.

In Schuss gehalten: Praktisch jedes Jahr wurde in die Erneuerung investiert - wie auch diese Innenaufnahme zeigt.<span class="copyright"> Berghaus Kanisfluh</span>
In Schuss gehalten: Praktisch jedes Jahr wurde in die Erneuerung investiert - wie auch diese Innenaufnahme zeigt. Berghaus Kanisfluh

Jetzt gehe es aber erst einmal um das Aufsperren, das sei auch wichtig fürs Personal, sagt Josef Moosmann. Bis zu sieben Mitarbeiter werden in der Hauptsaison beschäftigt. Auch ihnen soll mit der Investition eine Perspektive geboten werden.

Josef Moosmann und Karin Berchtold wollen am 29. Mai eröffnen. Die Arbeiten liegen im Plan. <span class="copyright">VN/Sams</span>
Josef Moosmann und Karin Berchtold wollen am 29. Mai eröffnen. Die Arbeiten liegen im Plan. VN/Sams
Terrasse des Berghauses Kanisfluh oberhalb von Schnepfau mit Blick zur Künzelspitze und Kilkaschrofen. <span class="copyright">Risch-Lau</span>
Terrasse des Berghauses Kanisfluh oberhalb von Schnepfau mit Blick zur Künzelspitze und Kilkaschrofen. Risch-Lau
So hat alles angefangen: Mitte der 50er-Jahre wurde mit der Bewirtschaftung begonnen. <span class="copyright">Berghaus Kanisfluh</span>
So hat alles angefangen: Mitte der 50er-Jahre wurde mit der Bewirtschaftung begonnen. Berghaus Kanisfluh
Berghaus Kanisfluh kurz nach der Erweiterung des Rundbaus und der Terrasse im Jahr 1964. <span class="copyright">Risch-Lau</span>
Berghaus Kanisfluh kurz nach der Erweiterung des Rundbaus und der Terrasse im Jahr 1964. Risch-Lau