Schifffahrt nun wieder international

Vorarlberg / 25.05.2021 • 16:41 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<p class="caption">Voraussichtlich Anfang Juni soll bei der Historischen Schifffahrt Bodensee auch auf den Saisonstart der Hohentwiel angestoßen werden. <span class="copyright">STP/3</span></p><p class="caption"/>

Voraussichtlich Anfang Juni soll bei der Historischen Schifffahrt Bodensee auch auf den Saisonstart der Hohentwiel angestoßen werden. STP/3

Vereinigte Schifffahrtsunternehmen für Bodensee und Rhein (VSU) nehmen Fahrt auf.

Hard, Konstanz „Es ist einfach schön, den Menschen in dieser nicht einfachen Zeit wieder ein paar unbeschwerte Stunden auf dem See bescheren und ein Stück Lebensqualität zurückgeben zu können“, freute sich der VSU-Vorsitzende Dr. Norbert Reuter bei der Pressekonferenz zur Saisoneröffnung der Bodenseeschifffahrt, die erstens fast zwei Monate verspätet und zweitens nur im Internet abgehalten wurde.

Bisher nur ein „Sparprogramm“

Unterschiedliche Coronaeinschränkungen in den Anrainerländern hatten bisher die Aufnahme des Kursverkehrs verhindert. Es gab nur ein stark eingeschränktes „Sparprogramm“ mit Rundfahrten, die auf den regionalen Bereich beschränkt blieben. Etwa in der Bregenzer Bucht. Am 15. Mai ist die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) vorgeprescht und bot wieder grenzübergreifende Kursfahrten an. Am Pfingstwochenende konnte dann der eingeschränkte Frühjahrs-Fahrplan aufgenommen werden.

Gut 40 Prozent Einbußen

Im Rückblick auf 2020 beklagte Reuter einen Rückgang der Fahrgastzahlen um 40,7 Prozent gegenüber 2019. Statt 3,53 Millionen Fahrgäste 2019 konnten 2020 nur noch 2,09 Millionen Passagiere an Bord der Bodenseeschiffe begrüßt werden. Die Vorarlberg Lines konnten dabei mit einem Rückgang von rund 498.000 Fahrgästen 2019 auf etwa 324.000 im Vorjahr noch das beste Ergebnis verbuchen, der Rückgang lag für die Vorarlberger Flotte bei 34,9 Prozent. Die Bodensee-Schiffsbetriebe Konstanz büßten 38 Prozent ein, 45 Prozent minus waren es für Untersee und Rhein, und am härtesten war die Schweizer Flotte betroffen, die mehr als die Hälfte der Passagiere der Saison 2019 verlor.

Neustart im Fokus

So schmerzlich diese Einbußen auch sind, sie sind ebenso wie der Ausfall der bisherigen Saison abgehakt und der Blick ist voll Zuversicht auf die Zukunft gerichtet – verbunden mit der Hoffnung, dass sich die Dinge positiv entwickeln werden. „Wir freuen uns, nach einer langen Wartezeit nun endlich wieder über Ländergrenzen hinweg fahren zu können. Jetzt kommt es darauf an, dass die Infektionszahlen in allen Ländern weiter sinken und wir dadurch noch mehr Planungssicherheit erhalten“, so der VSU-Vorsitzende.

Zum Neustart spielte das Wetter nur halbherzig mit – wenigstens am Sonntag konnten Ausflügler nicht nur eine erste Schifffahrt genießen, sondern auch die Bregenzer Hafengastronomie frequentieren. Outdoor ließen sich die Abstandsregeln durch lockere Anordnung der Tische gut einhalten. Auch Registrierung und 3-G-Kontrolle funktionierte.

„Historische“ ebenfalls startklar

Aufatmen nicht nur bei den VSU, auch bei der Historischen Schifffahrt Bodensee wird der Normalbetrieb vorbereitet. Wie berichtet, hat die „Oesterreich“ einen reduzierten Fahrplan bereits vor Wochen aufgenommen und hieß von Freitag bis Sonntag als Pop-up-Restaurant Gäste willkommen. Coronabedingt musste ein Teil der bisher geplanten Fahrten leider abgesagt werden, doch jetzt ist das Team der „Oesterreich“ zuversichtlich, dass der Fahrplan ab Anfang Juni eingehalten werden kann.

Auch bei der Hohentwiel werden Vorbereitungen zum Saisonstart getroffen. Wie berichtet, wurde der Dampfer in Romanshorn generalüberholt. Der geplante Saisonstart wurde jedoch verschoben – jetzt soll es aber losgehen, Anfang Juni ist ins Auge gefasst. Abhängig ist dies von Öffnungen am Schweizer und süddeutschen Ufer, denn wenn das Schiff einmal „unter Dampf“ steht, müssen entsprechend viele Fahrten absolviert werden – und nur mit dem Potenzial an Vorarlberger Gästen lässt sich der Dampfer nicht wirtschaftlich betreiben. STP

<p class="caption">Vor allem am Sonntag herrschte im Hafen reger Betrieb – das Wetter begünstigte die Outdoor-Gastronomie und erleichterte so das Abstandhalten.</p><p class="caption"/>

Vor allem am Sonntag herrschte im Hafen reger Betrieb – das Wetter begünstigte die Outdoor-Gastronomie und erleichterte so das Abstandhalten.

Mit den Schiffen startete auch die Eissaison. Für die Eisverkäuferin galt FFP-Maske.
Mit den Schiffen startete auch die Eissaison. Für die Eisverkäuferin galt FFP-Maske.

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