Rhesi-Modell simuliert Rhein-Aufweitung in Koblach

Vorarlberg / 01.07.2021 • 05:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Rhesi-Modell simuliert Rhein-Aufweitung in Koblach
Das neue Modell in der Dornbirner Versuchshalle steht. Es simuliert die Aufweitung des Rheins auf Höhe von Koblach. VN/HARTINGER

Nächste Etappe in den Untersuchungen am Modell in der Dornbirner Versuchshalle.

Dornbirn Von der engsten Stelle des Rheins bei Lustenau/Widnau geht es in der Versuchshalle Dornbirn nun an die weiteste, und zwar nach Koblach. Dorthin, wo auch die umstrittene Dammabrückung durchgeführt werden soll. Dort wird der Fluss von 70 Metern Breite auf 380 Meter aufgeweitet, mit dem Ziel, sowohl die Hochwassersicherheit als auch den ökologischen Zustand deutlich zu verbessern.

Emissionen verhindern

Das Modell ist im Maßstab von 1:50 aufgebaut. Untersucht werden die Entwicklungen der Flusssohle des Rheins. Auf dem intensiven Arbeitsprogramm stehen Berechnungen darüber, wo Sandbänke und Eintiefungen entstehen. Auch die Belastungen des Flussufers wollen aufgrund des sich verändernden Flussbetts exakt erforscht werden. “Wir sind bestrebt, Emissionen durch zahlreiche Transporte möglichst zu vermeiden und daher eine eigendynamische Aufweitung des Flusses zu gewährleisten”, erläutert Projektleiter Markus Mähr eines der Projektziele.

Sicherheitslandesrat Christian Gantner und Landeshauptmann Markus Wallner gefällt die digitale Simulation der Szenarien am Alpenrhein. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Sicherheitslandesrat Christian Gantner und Landeshauptmann Markus Wallner gefällt die digitale Simulation der Szenarien am Alpenrhein. VN/Hartinger

“Wir sind sehr darum bemüht, Emissionen, ausgelöst durch viele Transporte, möglichst zu vermeiden.”

Markus Mähr, Rhesi-Projektleiter

Das Megabauvorhaben Rhein-Erholung-Sicherheit (Rhesi) erstreckt sich über einen Abschnitt vom 26 Kilometer des Alpenrheins von der Illmündung bis zum Bodensee. Unter anderem soll die Abflusskapazität von 3100 m3/sec auf 4300 m3/sec erhöht werden. Dies soll u. a. durch mehrere sogenannte ökologische Trittsteine erreicht werden. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf knapp eine Milliarde Euro.

Bernhard Valenti leitet die Versuchshalle in Dornbirn. Er erklärt die Details der Erkundungen, die anhand des Modells gemacht werden. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Bernhard Valenti leitet die Versuchshalle in Dornbirn. Er erklärt die Details der Erkundungen, die anhand des Modells gemacht werden. VN/Hartinger

Antworten auf offene Fragen

Mit den bisherigen Versuchsreihen zeigen sich die Verantwortlichen um Bernhard Valenti, der die Modellversuchshalle wissenschaftlich betreut, zufrieden. Viele Erkenntnisse aus den Versuchen decken sich mit vorherigen Berechnungen. Die Experimente sollen bis zum Sommer 2022 dauern und helfen, offene Fragen zu beantworten.

Offene Fragen wollen auch die Politiker bald beantwortet haben. Derzeit geht es um den Abschluss des Staatsvertrags zwischen Österreich und der Schweiz. “Die Entwürfe sind jetzt in Bern und Wien. In einem Jahr sollte das Vertragswerk unterschriftsreif sein”, betonte Landeshauptmann Markus Wallner (53) anlässlich der Präsentation des neuen Versuchsmodells in Dornbirn.

Enormes Schadenspotenzial

Einmal mehr macht Wallner klar, dass Rhesi alternativlos ist. “Der Nutzen ist unbestritten. Ebenso das Wissen um die riesigen Schäden, die durch ein Hochwasser im Rheintal entstehen würden.” Man müsse das Große und Ganze im Auge behalten und so auch gegenüber den Kritikern des Vorhabens auftreten. “Faszinierend” findet auch die St. Galler Regierungsrätin Susanne Hartmann das Versuchsmodell in Dornbirn. “Jeder kann hier Informationen darüber bekommen, welche Auwirkungen das Projekt auf den individuellen Standort hat.”

Modellversuchshalle

Die Modellversuchshalle in Dornbirn ist wieder für die Bevölkerung geöffnet. Führungen finden jeweils am ersten Samstag sowie am zweiten und vierten Dienstag des Monats statt. Weitere Infos unter +41 (0) 71 747 7100 oder unter www.rhesi.org