Angriff mit Kettensäge beschäftigt Justiz

Vorarlberg / 02.07.2021 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Angriff mit Kettensäge beschäftigt Justiz
Mit einer Motorsäge wollte ein Höchster Jugendliche verjagen, die seine Tochter bedroht haben sollen. VN/Symbol

Vater mischte sich in Teenagerstreit ein, beschädigte Auto und soll nun dafür bezahlen.

Höchst, Bregenz Im Mai kam es in Höchst zu einem an und für sich harmlosen Streit zwischen zwei jugendlichen Mädchen. Eine 17-Jährige hatte angeblich eine Bekannte zu sich nach Hause eingeladen. Sie wollte mit dem anderen Mädchen sprechen, so steht es jedenfalls in der Klage. Inhaltlich ging es um einen Mann, es kam zum Streit. Die Besucherin war nicht zu Fuß zu der Adresse nach Höchst gekommen, sondern eine Freundin hatte sie gegen 23.30 mit ihrem Wagen dorthin gebracht. Zum Leidwesen des Fahrzeugs, wie sich später herausstellen sollte. 

Handbremse vergessen

Die beiden Mädchen, die sich eigentlich zu einer „Aussprache“ treffen wollten, gerieten so heftig in Streit, dass es laut und turbulent wurde und sich auch der 45-jährige Vater der 17-Jährigen einmischte. „Verschwindet!“ rief er und wurde wütend. Der Mann holte zur Untermauerung seiner Forderung eine Kettensäge und schaltete diese ein. „Er fuchtelte damit herum und forderte die Mädchen auf, sofort die Liegenschaft zu verlassen“, so Klagsvertreter Daniel Wolff, der die Autobesitzerin vertritt. „Meine Mandantin war verängstigt, legte den Rückwärtsgang ein und wollte wegfahren. In der Panik vergaß sie, die Handbremse zu lösen, weshalb der Motor abstarb‘“, so Wolff weiter. 

Loch in Motorhaube

Der Vater ging mit der Kettensäge zum Wagen und schnitt damit in die Motorhaube. Wolff beziffert den Schaden mit 1500 Euro, schließlich habe der Wagen ein Loch, so der Anwalt. Die Fahrzeugbesitzerin habe Angst gehabt und mit ihren Freunden deshalb das Auto verlassen. Die nächtlichen Szenen hätten die junge Frau psychisch belastet, sie leide unter Schlafstörungen. Wenn der Lehrling ein Motorengeräusch höre, schrecke er auf und sei verängstigt, weshalb er 3000 Euro für diese Angstzustände fordert. 

Nackt mit Säge

Zu guter Letzt verlor der Vater, der zuvor mit einem Handtuch um die Hüfte „bekleidet“ war, noch seine Hülle. Die Motorsäge hielt er angeblich weiterhin in Händen. Alles in allem klagt die Geschädigte den Mann auf 4560 Euro Entschädigung. Ein Strafverfahren ist noch nicht angesetzt, Anzeige wurde aber wegen verschiedener Delikte, unter anderem Sachbeschädigung, erstattet.