„Ma hilft“ finanziert 45 Laptops für benachteiligte Jugendliche

Vorarlberg / 05.07.2021 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Ma hilft“ finanziert 45 Laptops für benachteiligte Jugendliche
Die beiden Ajas (v.l.) mit ihren Betreuern Carlos und Achim sowie Marie freuen sich über die neuen Laptops. Sie erleichtern das Lernen enorm. VN/STIPLOVSEK

Wertvolle Unterstützung für die Offene Jugendarbeit Dornbirn bei ihren tollen Ausbildungsprojekten.

Dornbirn Aya eins (17) strahlt übers ganze Gesicht und fixiert den Laptop, der vor ihr auf dem Tisch steht. „Jetzt kann ich mich digital wirklich fit machen, bevor ich im September meine Lehre beginne“, erzählt das Flüchtlingskind, das 2015 aus dem Kriegsgebiet Irak flüchtete. Aya hat kürzlichen einen positiven Asylbescheid erhalten. Jetzt darf sie arbeiten.

Die andere Aya (23), ebenfalls aus dem Irak, hat diesen Asylstatus noch nicht. Deswegen darf sie auch nicht arbeiten. Aber immerhin kann sie sich mit ihrem Laptop digitale Fertigkeiten aneignen und wäre bestens gerüstet, sollte auch bei ihr bezüglich Aufenthaltsgenehmigung in Österreich alles gut werden.

Marie (20) hat diese Sorgen nicht. Sie ist im OJAD-Projekt „Job Ahoi“ tätig. Dort sind ihre beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten durch den gut ausgestatteten Laptop aber ebenfalls viel größer geworden.

Schwierige Verhältnisse

Bei der Offenen Jugendarbeit Dornbirn (OJAD) laufen Ausbildungsprojekte schulischer Art und auch im Lehrlingssektor für ein spezielles Klientel.  OJAD-Leiter Dr. Martin Hagen (62) erklärt: „Wir haben Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen bei uns. Die hat man zum Teil zu Hause bereits abgeschrieben und ihnen jegliche Kompetenzen abgesprochen. Bei uns bekommen sie einen niederschwelligen Zugang zur Möglichkeit, einen Schulabschluss nachzuholen bzw. eine Lehre abzuschließen.“

Die angebotene Schulausbildung trägt den Namen „Albatros“, die Lehrlinge formieren sich im Projekt „LehreUp“. Jeweils 30 Schüler und Lehrlinge werden dort von geschultem Personal betreut.

Auch Marlies Müller freut sich mit den OJAD-Schützlingen, die jetzt neue Möglichkeiten für ihre Ausbildung haben. <span class="copyright">VN/Stiplovsek</span>
Auch Marlies Müller freut sich mit den OJAD-Schützlingen, die jetzt neue Möglichkeiten für ihre Ausbildung haben. VN/Stiplovsek

Suche nach Anerkennung

„Zu uns stoßen sie jedoch nicht als willige Lehrlinge oder Schüler. Diese vernachlässigten Jugendlichen brauchen zuallererst Anerkennung und Selbstvertrauen. Wir laden sie zu abwechslungsreichen Freizeitaktivitäten ein, zu Partys oder anderen gemeinschaftlichen Ereignissen.  Erst allmählich finden sie den Zugang zu Bildung und Lehre“, schildert Hagen die Rahmenbedingungen.

“Erst allmählich finden viele Jugendliche durch Anerkennung den Zugang zu Bildung und Lehre.”

Martin Hagen, Leider OJAD Dornbirn

Corona hat diese Jugendlichen besonders hart getroffen. Für sie war der Entzug des persönlichen Kontakts in den OJAD-Räumlichkeiten ein dramatisches Handicap. „Zumal sie digital ja auch schlecht ausgerüstet waren. Mit einem Handy Distance Learning zu machen, ist ein schwieriges Unterfangen“, beschreibt Carlos Carrasco, Leiter von „Albatros“ das Dilemma.

Marlies Müller berührt

Die von „Ma hilft“ gespendeten 45 Laptops heben die Möglichkeiten der schulischen und der Lehrausbildung auf ein neues Niveau. Seit knapp einer Woche sind die Laptops da. Die Schützlinge der OJAD haben eine riesige Freude damit. Berührt von den strahlenden Gesichtern ist auch „Ma hilft“-Koordinatorin Marlies Müller. „Es ist schön, wenn man sehen kann, wie solche Hilfeleistungen einer Gemeinschaft helfen.“