Bregenzer ÖVP gibt grünes Licht für weitere Prüfungen

Vorarlberg / 06.07.2021 • 20:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Masterplan Bregenz-Mitte (Bild), Machbarkeitsstudie Unterflurtrasse der Bahn, neuer Bahnhof: am 15. Juli werden in der Stadtvertretung die Weichen für die Zukunft gestellt.Baumschlager-Eberle
Masterplan Bregenz-Mitte (Bild), Machbarkeitsstudie Unterflurtrasse der Bahn, neuer Bahnhof: am 15. Juli werden in der Stadtvertretung die Weichen für die Zukunft gestellt.Baumschlager-Eberle

Vor Stadtvertretung: Mehrheit für vertiefende Untersuchungen zeichnet sich ab.

Bregenz Masterplan für die Zentrumsentwicklung, Machbarkeitsstudie einer Unterflurtrasse der Bahn und fertige Bahnhofspläne, die auf eine Umsetzung warten: in der Landeshauptstadt werden in diesen Tagen die Weichen für die Zukunft gestellt. Nachdem die Mega-Projekte jetzt am Tisch liegen, ist die Politik am Zug. Am 15. Juli wird die Stadtvertretung über das weitere Vorgehen entscheiden. Alle Augen sind dabei auf die ÖVP gerichtet – mit 15 Mandataren die stärkste Fraktion im höchsten politischen Gremium der Stadt. Schon jetzt scheint klar: es ist mit Zustimmung für weitere Prüfungen zu rechnen. Das jedenfalls hat Stadträtin Veronika Marte im Gespräch mit den VN angekündigt.

Rascher Neubau des Bahnhofs

Die Bregenzer Volkspartei hatte am Montag im eigenen Klub die Projekte „Bregenzer Bahnhof“, „Bregenz-Mitte/Unterflurstraße“ und „Unterflur Eisenbahn“ präsentiert und eine gemeinsame Position festgelegt. „Wir geben den drei Projekten eine Chance, dass sie weiter geprüft werden“, sagt Marte. Grünes Licht also für eine detaillierte Betrachtung zumindest bis in den Herbst. Speziell was den Bahnhof betrifft, drückt die ÖVP aufs Tempo. Die Notwendigkeit eines raschen Neubaus sei unbestritten. Wie er ausschauen soll, ob mit Unter- oder Überführung, sei zweitrangig. „Für uns ist wichtig, dass der Bahnhof gebaut werden kann, und das zeitnah.“

In der Stadtvertretung zeichnet sich mit der Zustimmung der ÖVP eine große Mehrheit für eine vertiefende Betrachtung der Projekte ab. Allerdings gebe es viele offene Fragen. Diese ortet Marte speziell auch im Zusammenhang mit Bregenz-Mitte und dort in erster Linie bei der Tieferlegung der Landesstraße. „Da muss noch ziemlich viel geprüft werden, wie das alles möglich sein soll.“ Der Vision einer Unterflurbahntrasse steht die Stadtpartei positiv gegenüber. „Wir werden keinem Projekt zustimmen, das die Unterflurlösung der Bahn verhindern würde“, so Veronika Marte weiter.

In Bregenz ging es zuletzt Schlag auf Schlag. Am Freitag präsentierte eine Architektengruppe den Masterplan Bregenz-Mitte. Ein zentraler Inhalt der Analyse ist die Tieferlegung der Landesstraße zwischen Ausfahrt Citytunnel und dem Kreisverkehr bei der HTL Bregenz. In einem langfristigen Szenario (20 Jahre), das eine Unterflurtrasse der Bahn berücksichtigt, würden 28 neue Baufelder entstehen und Wohnraum für 6000 Menschen geschaffen.

Freies Spiel der Kräfte

Die Unterflurtrasse selbst wurde einer Vorstudie unterzogen. Die öffentliche Präsentation fand am Montag statt. Die wesentlichen Erkenntnisse: Das zweigleisige Tunnelbauwerk zwischen Staatsgrenze Hörbranz und Güterbahnhof Wolfurt wäre sowohl technisch als auch finanziell machbar.

Bleibt die Frage, was mit dem fertigen Bahnhofsprojekt, der sogenannten Amtsvariante, nun passieren wird. Sie wurde am 12. Juni 2019 noch vom früheren Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP) der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Finanzierung des Projekts steht. Wie es weitergeht, hat die Stadtvertretung in einem Spiel der freien Kräfte in der kommenden Woche zu entscheiden. VN-MIG

„Wir geben den drei Projekten eine Chance, dass sie geprüft werden können.“