Online-Casinos: Illegal heißt Geld zurück

Vorarlberg / 06.07.2021 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Online-Casinos: Illegal heißt Geld zurück
Auch in Vorarlberg nutzen viele Spieler die Chance, ihr verlorenes Geld zurückzuholen. SYMBOL/VOL/MAYER

OGH-Urteil bestätigt: Spieler können von illegalen Online-Casinos Geld zurückfordern.

Schwarzach In Österreich ist das Durchführen von Glücksspiel wie etwa Roulette, Black Jack, Poker, Slots, etc. dem Bund vorbehalten. Das Gesetz spricht vom „Glücksspielmonopol“. Umfasst ist nicht nur das Glücksspiel im Casino, sondern auch Glücksspiel über das Internet, das in sogenannten Online-Casinos angeboten wird. 

Das Gros dieser Casinos, die meist von Unternehmen auf Malta betrieben werden, haben jedoch für Österreich keine Lizenz und sind daher verboten. Laut der österreichischen Rechtsprechung sind Glücksspielverträge mit nicht lizenzierten Anbietern nichtig und Spielverluste der letzten 30 Jahre können zurückgefordert werden. Ein neues Urteil des Obersten Gerichtshofs (OGH), das am 24. Juni dieses Jahres veröffentlicht wurde, bestätigt den Standpunkt betroffener Spieler.

Online-Casinos: Illegal heißt Geld zurück
Rechtsanwalt Ralph Summer: “Viele Menschen haben hohe Geldsummen beim Online-Glücksspiel verloren.” Summer

Viele Vorarlberger erleichtert

Der Bregenzer Rechtsanwalt Ralph Summer spricht von zahlreichen erleichterten Vorarlbergern, die ihre Verluste durch illegale Online-Casinos erfolgreich über den Rechtsweg einklagen. „Wir sprechen hier über Beträge von 500 bis zu 100.000 Euro. Viele Menschen haben hohe Geldsummen beim Online-Glücksspiel verloren. Seit der Covid-19-Pandemie hat sich das noch weiter verschärft. Die Leute waren zuhause, ihnen war langweilig und sie haben nach einer Beschäftigung oder Ablenkung gesucht“, so Summer zu den VN.

Die Anbieter der nicht lizenzierten Online-Casinos bieten jedoch weiterhin Glücksspiel in Österreich an und berufen sich unter anderem auf geänderte Umstände. Ob das österreichische Glücksspielmonopol im Einklang mit Unionsrecht stehe, müsse nämlich fortlaufend auf den Prüfstand gestellt werden.

Kein Verstoß gegen Unionsrecht

Summer: „Das neue OGH-Urteil nimmt dieser Argumentation jedoch vorerst Wind aus den Segeln.“ Der Rechtsanwalt hält fest, dass auch der Oberste Gerichtshof in nunmehr ständiger Rechtsprechung judiziert, dass das österreichische System der Glücksspielkonzessionen, auch unter Bedachtnahme auf die Werbemaßnahmen der Konzessionäre, nicht gegen Unionsrecht verstößt.

 „Die Chancen, das verlorene Geld zurückzubekommen, stehen daher weiterhin sehr gut und sind für viele Leute enorm wichtig, um ihre Finanzen wieder in den Griff zu bekommen“, sagt der Vorarlberger Advokat.