Der Verlag war sein Leben

Vorarlberg / 07.07.2021 • 17:56 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Hubert Wolfgang Krenn blieb Vorarlberg stets verbunden.
Hubert Wolfgang Krenn blieb Vorarlberg stets verbunden.

Im 61. Lebensjahr verstarb der Verleger Hubert Wolfgang Krenn.

WIEN Nach kurzer, schwerer Krankheit ist am 10. Juni 2021 Hubert Wolfgang Krenn im 61. Lebensjahr im Kreis seiner Familie verstorben. Er gründete 1987 einen eigenen Verlag. Hubert Wolfgang Krenn lebte zuletzt in Wien und kam noch oft nach Vorarlberg. Er fand auf dem Ortsfriedhof von Großschönau im Waldviertel seine letzte Ruhestätte.

Der Verstorbene wurde am 25. Mai 1961 als zweiter Sohn der Familie Dr. Walter Krenn geboren. Sein Vater war später Präsident der Finanzlandesdirektion Vorarlberg. Nach der Pflichtschule und vier Klassen Gymnasium begann er eine Lehre als Buchhändler und Großhandelskaufmann bei der Vorarlberger Verlagsanstalt.

Seine praktische Tätigkeit begann Hubert Wolfgang Krenn nach dem Lehrabschluss bei Kraus und Thomson in Liechtenstein und als Assistent der Geschäftsleitung in New York. Dabei befasste er sich sehr intensiv mit dem Antiquariat und moderner Kunst.

Nach seiner Rückkehr aus den USA war er in Wien als Geschäftsstellenleiter für den Verlag des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), bei Librodisk als Fachinspektor für zwölf Filialen mit Marketing, Personalschulung und Umsatz und Stellvertretender Abteilungsleiter für Einkauf und Werbung sowie bei der Buchhandlung Pichlers Witwe als Geschäftsstellenleiter tätig. Nach kurzer Tätigkeit als Prokurist bei einem Wiener Verlag machte sich Hubert Wolfgang Krenn selbstständig und gründete 1987 seinen eigenen Verlag. Die Schwerpunkte lagen auf den Kochbüchern für jedes Bundesland in Zusammenarbeit mit den dort tätigen Sterneköchen. Kulinarisches Erbe, traditionelle Küche und regionale Schmankerl erschienen in Serien und zwar in elf verschiedenen Sprachen. Darunter Russisch, Chinesisch und Koreanisch. Zu Gesundheitsthemen gab er mehrere Sachbücher über Diabetes und Krebs heraus. Vor allem die Ländle-Kräuterserie und das Käsebuch aus Anlass des Jubiläums des Käsekellers und der Bregenzerwälder Käsestraße fanden großen Anklang. Auch die Wiederauflage des Kochbuches der bekannten Vorarlbergerin Fanni Amann erschien auf Initiative von Hubert Wolfgang Krenn.

Für die Bildung bedeutsam waren seine Bücher über das Gedächtnistraining mit dem Begründer der „Mind Mapping Methode“ Tony Buzan und Dr. Katharina Tureceks Gedächtnistraining. Lernratgeber für Erwachsene, Schüler und Studenten sowie die österreichische Gedächtnisolympiade für Jugendliche stachen besonders hervor. Kurz vor seinem Ableben erschien noch die „Imperiale Küche“ in Zusammenarbeit mit dem Schloss Schönbrunn. Weltweit sieben Cooking Awards weisen auf die Erfolge des Verlages hin.

Für Hubert Wolfgang Krenn war auch seine ständige Weiterbildung ein Thema. So absolvierte er Studiengänge an der Universität in St. Gallen in Projektmanagement und an der Wirtschaftsuniversität in Wien zum akademischen Werbekaufmann. Im Jahre 1994 gründete er mit Inge Röhrbacher eine Familie, aus der Sohn Konstantin hervorging. Damals bezogen sie in der Heimat von Inge in Mistelbach einen alten Bauernhof. Dieser Ort wurde zum offenen Haus für Freunde und Künstler. Die landwirtschaftliche Tätigkeit in der Freizeit trug nicht nur zur Entspannung bei, sondern förderte auch die Integration in das dörfliche Leben. So war Hubert Wolfgang Krenn ein besonders aktives Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Großschönau.

Sein Hobby waren alte Traktoren, mit denen er auch die Glockner-Rallye bestritt. Glanzstück der Sammlung war eine polnische Gulaschkanone, mit der er bei allen dörflichen Festen im Einsatz war. Skifahren, Fußball, Schwimmen und Tennis sorgten für körperliche Ertüchtigung, ebenso die Mitgliedschaft in einem bekannten Chor.

Seine Verabschiedung in Großschönau vereinte die Ortsbevölkerung, viele Freunde aus ganz Österreich und die Familie.

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