Sommerschule kämpft mit Lehrermangel

Vorarlberg / 10.07.2021 • 05:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sommerschule kämpft mit Lehrermangel
Die Sommerschule wird österreichweit in den beiden letzten Ferienwochen rund 40.000 Schülerinnen und Schüler an 852 Standorten begrüßen. APA

Allein für die Gymnasien fehlen 200 Pädagogen, um den Förderwünschen gerecht werden zu können.

Bregenz Andreas Kappaurer (60), pädagogischer Leiter der Bildungsdirektion Vorarlberg, wirkt leicht zerknirscht. “Ja, es ist so. Wir können den Bedarf an schulischer Förderung für die Sommerschule nicht vollumfänglich abdecken”, räumt er ein. Das steht seit Freitag, seit dem Ende der Rekrutierungsfrist von Pädagogen und Studenten, fest.

Ende der Rekrutierung

Die Sommerschule wird es in Vorarlberg in den letzten beiden Ferienwochen an 55 Standorten geben. Knapp 2500 Schülerinnen und Schüler können daran teilnehmen. Sie werden von 67 Studierenden und 116 Lehrpersonen in insgesamt 172 Gruppen unterrichtet.

“Wir mussten jetzt die Vorbereitungen für die Sommerschule abschließen. Eltern, Schüler und Unterrichtende müssen schließlich wissen, was Sache ist und sich dementsprechend darauf einstellen.”

Den größten Mangel an Lehrern gibt es an den Gymnasien. “Da mussten wir 200 Schülern für die Sommerschule absagen”, bedauert Kappaurer. Dementsprechend unzufrieden zeigten sich einige Eltern. So musste zum Beispiel die Sommerschule am BG Bregenz Blumenstraße wegen Lehrermangels komplett abgesagt werden. Ähnliches gilt für die Gymnasien in Feldkirch. Einige Eltern üben in diesem Zusammenhang scharfe Kritik an den Lehrern. Das Engagment für die Sommerschule ist jedoch freiwillig.

Freiwilliges Lehrerengagement

“Niemand kann gezwungen werden”, hält Kappaurer fest. “Und als Bildungsdirektion kannst du in Sachen Besetzung ohne Finger eben keine Faust machen.”

Es kann kein Lehrer gezwungen werden, in der Sommerschule zu unterrichten. Die Teilnahme daran ist freiwillig.”

Andreas Kappaurer, Pädagogischer Leiter Bildungsdirektion

An den Volksschulen gab es für 70 Bewerber keinen Platz in der Sommerschule. Am besten ist die Personalsituation an den Mittelschulen. Dort konnte für alle angemeldeten Schülerinnen und Schüler ein Platz gefunden werden. “Immerhin ist es uns gelungen, sämtliche Kinder mit groben sprachlichen Mängeln in der Sommerschule unterzubringen”, betont Kappaurer.

Schwieriges Unterfangen

Warum viele Pädagoginnen und Pädagogen nicht für die Sommerschule zu gewinnen waren, erklärt sich Kappaurer auch durch das anstrengende abgelaufene Schuljahr. “Viele sehnen sich jetzt einfach nach ausgiebiger Erholung.” An der Bezahlung könne es jedenfalls nicht liegen. “Die ist gut, weil sie als Mehrdienstleistung ausbezahlt wird.”

In Zukunft müsse man sich bei der Rekrutierung andere Möglichkeiten überlegen, meint Kappaurer. “Der Appell an die Freiwilligkeit war mit großem Aufwand verbunden. Vielleicht sollte man bei den Lehramtsstudenten ein Unterrichten in der Sommerschule fürs Ausbildungsprogramm vorsehen”, hat der pädagogische Leiter einen Vorschlag. Für heuer kommen solche Überlegungen freilich zu spät.