Land zieht Kontrollzügel an

Vorarlberg / 12.07.2021 • 22:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Land zieht Kontrollzügel an

3-G-pflichtige Bereiche werden ab sofort wieder verstärkt überprüft.

bregenz Optisch zeigt sich die Coronasituation in Vorarlberg von seiner sonnigen Seite. Die Ampel steht wieder auf Grün, im Krankenhaus muss nur noch ein Covid-19-Patient auf der Intensivstation behandelt werden, und auch bei den Impfungen geht es, zwar langsamer aber doch stetig weiter. Mittlerweile sind 57,6 Prozent der inzwischen über 401.000 Einwohner zumindest teilgeimpft, 45 Prozent vollimmunisiert. Impfwochenenden ohne Anmeldung und der Impfbus, der diese Woche startet, sollen noch möglichst viele bislang Unentschlossene ins Impfboot holen.

Beherrschbares Niveau

Bei der 7-Tage-Inzidenz kommt das Land allerdings nicht wirklich vom Fleck. Sie liegt mit 6,5 zwar deutlich unter 10, doch es ist ein ständiges Auf und Ab. Gleiches gilt für die Bezirke, wo jetzt wieder Bludenz mit 7,8 voran ist, gefolgt von Dornbirn (7,7), Feldkirch (7,3) und Bregenz (4,4). Die aktuelle Infektionslage täuscht auch nach Ansicht von Sicherheitslandesrat Christian Gantner eine falsche Sicherheit vor. Mit Blick auf die ansteckende Delta-Variante sei es wichtig, weiterhin wachsam zu bleiben, warnt er vor Schlendrian und Sorglosigkeit. Allein bei der Warnung belässt es das Land aber nicht.

Was die Einhaltung der 3-G-Regeln speziell in der Gastronomie und anderen 3-G-pflichtigen Bereichen betrifft, werden wieder strengere Maßstäbe angelegt und die Zügel angezogen. Das kündigten Gantner und der Coronasprecher der Bezirkshauptmannschaften, Herbert Burtscher, an. Die stichprobenartigen Kontrollen sollen dabei helfen, die Infektionslage auf dem derzeit stabilen und gut beherrschbaren Niveau zu halten. Daher seien die Gesundheitsbehörden gemeinsam mit der Exekutive angewiesen worden, die Corona-Bestimmungen in den genannten Bereichen stichprobenartig zu prüfen. „Es geht darum, möglichen Cluster-Ereignissen vorzubeugen und eine weitere Pandemiewelle unbedingt zu vermeiden“, betonte der Bezirkshauptmann, und ergänzend fügte er an: „Die 3-G-Schutzmaßnahmen sind eine entscheidende Voraussetzung für die jüngsten Öffnungsschritte. Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit können schnell zum Bumerang werden. So weit darf es nicht kommen.“

Risikobasierte Kontrollen

Von der 3-G-Pflicht umfasst sind neben der Gastronomie auch noch Zonen mit relativ ungünstigen Übertragungsverhältnissen. Damit gemeint sind vor allem Kontakte, vorwiegend indoor, mit einem unbekannten Personenkreis über einen längeren Zeitraum ohne Abstand und Maske. Gerade mit Blick auf die noch geringere Durchimpfungsrate der jüngeren Bevölkerung würden in dem Bereich verstärkt „risikobasierte Kontrollen“ durchgeführt, ließ Herbert Burtscher dezidiert wissen. VN-MM

„Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit können sehr schnell zum Bumerang werden.“