Ungleiche Corona-Wellen am Bodensee

Vorarlberg / 12.07.2021 • 10:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ungleiche Corona-Wellen am Bodensee
In den Bodensee-Regionen entwickelt sich die Lage derzeit unterschiedlich. VN/STEURER

Infektionen: Relativ viele in der Ostschweiz, wenige in Vorarlberg und Süddeutschland.

SCHWARZACH Der vom Prognosekonsortium des Gesundheitsministeriums für ganz Österreich erwartete Anstieg bestätigter Corona-Infektionen ist da – aber auf niedrigem Niveau und mit offenem Ausgang. Entscheidend ist, dass der „Impfturbo“ nicht weiter nachlässt. Dann sollten Folgen dieser Welle, die durch die Delta-Variante angetrieben wird, überschaubar bleiben. Für ganz Österreich wurden gestern elf Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche ausgewiesen. Am Sonntag davor hatte es sich noch um acht gehandelt. Vorarlberg ist mit einer sogenannten Inzidenz von fünf relativ stabil geblieben. Wien liegt mit immerhin schon 24 an der Spitze. Österreichweit sind rund 55 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens einmal geimpft. In Vorarlberg, Tirol und der Steiermark sind es laut Gesundheitsministerium mit 56 bis 57 Prozent etwas, in Niederösterreich und dem Burgenland mit 60 bzw. 62 Prozent deutlich mehr. In Wien (54 Prozent), Salzburg (53 Prozent) und Oberösterreich (52) sind es weniger. Zuletzt sind bundesweit nur noch knapp zwei Prozentpunkte pro Woche dazugekommen. Mitte Juni waren es noch drei. Experten wie Thomas Czypionka vom Institut für Höhere Studien beobachten den Rückgang der Impfgeschwindigkeit besorgt, zumal zu viele Menschen zu einem Zeitpunkt noch vollkommen ungeschützt sind, zu dem eine weitere Infektionswelle droht.

„Importierte Infektionen“

Die Schweiz veröffentlicht an Wochenenden keine Corona-Daten. Bis Freitag hatte sich die Inzidenz in nur acht Tagen auf 19 verdoppelt. Im Kanton St. Gallen belief sie sich auf 24, in Graubünden gar auf 29. Wissenschaftler, die in einer „Task Force“ die eidgenössische Regierung beraten, empfehlen, in Innenräumen weiterhin Maske zu tragen. Außerdem fordern sie „aktive Maßnahmen an der Landesgrenze“, um „das Risiko von Ausbrüchen durch unentdeckt importierte Infektionen“ zu minimieren. Details nennen sie nicht. In Liechtenstein betrug die Inzidenz gestern 31 und war damit wieder etwas niedriger als in den Vortagen: Nachdem die Zahlen „unverändert im grünen Bereich“ seien, sehe man aktuell keinen Handlungsbedarf, so Regierungsmitarbeiter Martin Hasler.

Maximal zehn beträgt die Inzidenz in den Landkreisen im deutschen Bodenseeraum. Für Lindau steht sogar nur ein einziger Fall dahinter. Kommt in den nächsten Tagen keiner dazu, beträgt die Inzidenz null. Zur Erinnerung: Mitte Juni war Lindau kurz Landkreis mit der höchsten Inzidenz deutschlandweit. JOH