“Gender geht uns alle etwas an”

Vorarlberg / 13.07.2021 • 22:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Sabine Juffinger berät Unternehmen in Gender- und Diversityfragen.
Sabine Juffinger berät Unternehmen in Gender- und Diversityfragen.

Gender- und Diversityexpertin Sabine Juffinger spricht sich für eine geschlechterneutrale Sprache aus.

Schwarzach Zahlreiche Beispiele belegen den ständigen Wandel der Sprache. Besonders die Forderung nach einer geschlechtsneutralen Anrede wird immer wieder diskutiert. Jüngstes Beispiel: Bei der Fluglinie Austrian Airlines (AUA) heißte es künftig nicht mehr „Willkommen an Bord, sehr geehrte Damen und Herren“. Man wolle seine Fluggäste künftig gendergerecht ansprechen, hieß es. „Sprache ist ein Ausdruck der Identität, sie schafft Identität und deswegen ist es enorm wichtig, wie wir sie verwenden“, erklärt Sabine Juffinger am Dienstagabend bei Vorarlberg live. Sie berät als Gleichstellungsberaterin seit 30 Jahren Unternehmen in Gender- und Diversityfragen. „Wenn in der Berufsberatung immer von ‚Tischlern‘ gesprochen wird, fühlen sich Mädchen nicht befugt, Tischlerin zu werden. Das weiß man aus zahlreichen Studien“, nennt Juffinger ein Beispiel. Man habe zwar lange für das Binnen-I gekämpft, aber mittlerweile gäbe es die dritte Geschlechtskategorie „divers“, die eine Vielfalt der Geschlechter eröffne. „Natürlich ist die Sprache nur ein Aspekt. Es genügt nicht, nur geschlechterneutral zu formulieren“, sagt Juffinger.

Wichtig sei es, die Dinge beim Namen zu nennen und sie an die Spitze zu treiben, damit es einen Schritt weitergeht, so Juffinger. Das Niederreißen von Flaggen während des Pride-Monats sei ein Ausdruck der Gesellschaft, dass es noch viel Toleranz brauche. „Daran müssen wir alle arbeiten, damit ein friedliches Miteinander möglich ist.“

„Man muss es manchmal bis an die Spitze treiben, damit sich etwas bewegt.“