Gericht: Prügel nach Provokation auf der Autobahn

Vorarlberg / 13.07.2021 • 10:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gericht: Prügel nach Provokation auf der Autobahn
Dem Angeklagten wurde neben einer bedingten Haftstrafe noch eine unbedingte Geldstrafe in der Höhe von 9000 Euro aufgebrummt. VN/GS

Zu viele Vorstrafen, zu harte Schläge: Haft auf Bewährung für Vorarlberger (29).

Feldkirch Angeklagt wegen des Verbrechens der schweren Körperverletzung hat der Installateur bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch sich selbst ein deutliches Bekenntnis installiert: „Nicht schuldig!“ Nein, er habe sein Opfer nicht geschlagen. Und von wegen ihm dabei auch noch eine Rippenfraktur und Schulterprellung zugefügt.

„Verlangte eine Entschuldigung“

Die damalige Auseinandersetzung habe sich nur „verbal“ abgespielt, beteuert der 29-Jährige. Ohne jeglichen Körperkontakt, schon gar keine Schläge, rein gar nichts.

Doch was war geschehen? „Es kam vorher zu einem Konflikt auf der Autobahn. Der Mann hat mich mit seinem Auto geschnitten. Da fuhr ich ihm bis zu seiner Wohnung nach, um ihn deshalb zur Rede zu stellen. Ich verlangte eine Entschuldigung von ihm, fotografierte sein Kennzeichen und sein Namensschild an der Wohnung. Da versuchte er mir das Handy wegzureißen und sagte, dass er mich windelweich schlagen würde, wenn nicht gerade sein Nachbar im Garten beschäftigt gewesen wäre. Daraufhin fuhr ich wieder weg“, schildert der Angeklagte seine Version vor Richter Christoph Stadler.  

Probleme mit dem Atmen und Niesen

Als das Opfer anschließend als Zeuge vom Richter mit dieser Aussage des Angeklagten konfrontiert wird, bleibt ihm die Luft weg. So wie damals. „Er hat mich niedergedrückt und mir mehrere harte Faustschläge auf den Rücken versetzt. Ich hatte Probleme mit dem Atmen, Husten, Niesen und Schlafen“, sagt der Mann und: „Ich spürte, wie sich meine Knochen rieben.“  Der Angeklagte schüttelt den Kopf.

Da spricht Richter Stadler den 29-jährigen auf seine Vorstrafen an. Insgesamt sechs wegen Körperverletzung sind es an der Zahl. Darauf der Beschuldigte: „Das waren Jugendsünden, da gab es ein, zwei wilde Jahre.“

„Sicherungen durchgebrannt“

Doch das Gericht hegt keinen Zweifel an den Aussagen des Opfers. Der einschlägige Vorstrafenreigen wirkt sich strafverschärfend aus. 9000 Euro unbedingte Geldstrafe und zehn Monate Haft auf Bewährung lautet das Urteil. Der Richter mahnt den 29-Jährigen, den Weg der Gewalt nicht fortzusetzen. „Ich sage es frei heraus: Damals sind Ihnen wohl die Sicherungen durchgebrannt. Jetzt noch Haft auf Bewährung, doch das nächste Mal sitzen Sie.“ Der Verurteilte erbittet sich drei Tage Bedenkzeit.