Gleichstellung: “Manchmal muss man es übertreiben”

Vorarlberg / 13.07.2021 • 18:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
2021-07-13 17_35_30-Vorarlberg LIVE mit Sabine Juffinger und Martin Staudinger - YouTube

Sabine Juffinger über die Bedeutung einer fairen Sprache, Gleichberechtigung im Job und die aktuelle LGBTQ-Bewegung.

Sabine Juffinger berät Unternehmen in Gender- und Diversityfragen. Warum eine faire Sprache wichtig ist und wie es um die Gleichstellung in Vorarlberg bestellt ist, erklärte sie am Dienstag bei “Vorarlberg LIVE”.

DIE THEMEN

Geschlechtergerechte Sprache

Der Lufthansa-Konzern verzichtet auf Flügen künftig auf die Begrüßungsformel “Sehr geehrte Damen und Herren”. Stattdessen sollen die Crews ihre Gäste mit geschlechtsneutralen Formulierungen an Bord willkommen heißen.

Für Dr. Juffinger ist die Sprache ein Ausdruck der Identität. Es sei deshalb enorm wichtig darauf zu achten, wie wir unsere Sprache verwenden. Es wäre auch nicht allzu kompliziert hier einen Schritt zu machen und unsere Sprache zu veränden, so Juffinger. Als Beispiel nennt sie Berufsbezeichnungen. So würden sich Frauen beispielsweise weniger befugt sehen, den Beruf der Tischlerin zu erlenen, wenn immer nur vom Tischler gesprochen wird.

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Bedeutung von Regenbogenfahnen

Regenbogenfahnen, bunte Zebrastreifen und andere LGBTIQ+-Symbole prägen derzeit das Bild in vielen Städten. Da stellt sich die Frage, ob dies nur ein Trend ist, oder ob hinter diesen Aktionen auch Substanz steckt.

Es sei hier gelegentlich auch wichtig zu übertreiben, so Juffinger. Damit Dinge sichtbar werden, müsse man es eben manchmal auch auf die Spitze treiben. Vandalismus-Aktionen wie zerstörte Regenbohnen-Fahnen würden auch zeigen, dass es hier in der Gesellschaft noch viel braucht.

Gleichberechtigung im Job

Viele Vorarlberger Unternehmen würden sich derzeit intensiv mit dem Thema Gleichstellung befassen, erklärt Juffinger. Neben der Bezahlung gehe es hier auch oft um die Themen Führung, Job-Sharing oder Teilzeit-Arbeit.

Gleichstellungsbericht

Vorarlbergerinnen verdienten trotz manchen Fortschritts in der Gleichstellung im Vollzeitvergleich 23,3 Prozent weniger, in Teilzeit 47,5 Prozent. Die Hälfte der Frauen befürchten, mit der Pension den Lebensunterhalt nicht bestreiten zu können . Zudem habe die Pandemie die Gleichstellung um Jahre zurückgeworfen.

Als erfreulich beurteilte Juffinger die Entwicklung bei der Bildung und in der Erwerbstätigkeit, wo die Frauen seit den 1970er-Jahren aufholten.

Dr.in Sabine Juffinger bei “Vorarlberg LIVE”

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(VOL.AT)