Mit Pferden auf dem Weg

Vorarlberg / 13.07.2021 • 18:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Julia Joswig organisiert die Therapie mit Pferden.vn/lerch
Julia Joswig organisiert die Therapie mit Pferden.vn/lerch

Propstei St. Gerold will künftig mehr und intensiver Therapien mit Pferden anbieten.

St. Gerold Die Coronapandemie hat auch das Leben in der Propstei St. Gerold weitgehend zum Erliegen gebracht. Doch die Zeit wurde genutzt, um Neues auf den Weg zu bringen. Dazu gehört unter anderem die Sanierung der Pferdestallungen sowie der Reithalle. Die Stallungen sind adaptiert und erweitert worden, die gesamte Infrastruktur wurde erneuert. Inzwischen sind auch die Pferde wieder zurück, und die Therapiearbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen hat begonnen. „Derzeit sind 15 Kinder bei uns“, berichtet Propst Martin Werlen von einem guten Start der ersten Therapiewoche.

Anderslautenden Aussagen tritt er energisch entgegen: „In Zukunft werden wir nicht weniger mit den Pferden arbeiten, sondern sie mehr und intensiver in den Propsteibetrieb einbinden. Mehr als bisher sollen Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Therapien mit den Pferden und im Teilen des Propsteilebens erfahren, dass sie aufatmen können und aufgerichtet werden. Das gilt für Einzelne und besonders für Familien.“

Geschützter Rahmen

Der Themenbereich „Mit Pferden auf dem Weg sein“ ist eine von mehreren geplanten Reformzellen. Laut Pater Martin soll der Satz das Miteinander zum Ausdruck bringen. „Es ist eine Ich-Du-Beziehung von Mensch zu Tier und umgekehrt.“ Die Therapie mit Pferden wird über die „Oase der Begegnung“ angeboten. Organisation und Durchführung erfolgen durch professionell ausgebildetes Personal aus dem Sozialbereich, zum Einsatz kommen eigens dafür ausgebildete Therapiepferde. Die Leitung obliegt Julia Joswig. Sie erklärt: „In der Therapie mit Pferden begleiten wir Menschen, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden, sei es durch Krankheit, familiäre Belastungen, Trennungserfahrungen, Verlust der Arbeit, allgemeine psychische Belastungen oder traumatische Erfahrungen.“ In geschütztem Rahmen dürfen sich die Klientinnen und Klienten so zeigen, wie sie sind. „Es ist ein Raum, in welchem es keine Beurteilung oder Verurteilung gibt, sondern Wertschätzung und Anerkennung für Menschen und ihre Lebenserfahrungen“, heißt es in der Beschreibung.

Die Therapie mit Pferden will Menschen darin unterstützen, in sich hineinzuhören, den eigenen Körper wahrzunehmen und innerlich still zu werden. „Gerade für unsere Kinder, deren Welt bereits in frühestem Alter von Leistungsdruck und emotionalen Belastungen bestimmt ist, ist diese Form der Therapie von besonderer Wirksamkeit. Sie lernen, bei den Pferden zu sich selbst und zur Ruhe zu kommen und sich anzunehmen und wertzuschätzen“, führt Propst Martin Werlen aus. Auch Menschen mit geistiger Beeinträchtigung würden die Begegnung mit Pferden als heilsame Erfahrung erleben. VN-MM

Bereits seit einer Woche läuft in den umfänglich sanierten Reitanlagen der Propstei der Therapiebetrieb.propstei
Bereits seit einer Woche läuft in den umfänglich sanierten Reitanlagen der Propstei der Therapiebetrieb.propstei