Neue Regeln für Nachtgastronomie treffen nicht nur Diskotheken

Vorarlberg / 15.07.2021 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Neue Regeln für Nachtgastronomie treffen nicht nur Diskotheken
Die Gewerbeordnung kennt keinen Unterschied zwischen einer Bar und einer Diskothek. APA

In der Nachtgastronomie wird aus den 3G eher 1,5G. Folgen hat dies nicht nur für Tanzlokale.

Röthis, Wien Nachteulen müssen bald wieder mit Verschärfungen rechnen. Ab dem 22. Juli sollen nur mehr geimpfte Personen und jene mit einem maximal 72 Stunden alten negativen PCR-Test die Nachtgastronomie besuchen dürfen. Ein Antigen- oder Wohnzimmertest ist nicht mehr ausreichend. Damit wolle man auf die Club-Cluster in Kärnten, Steiermark, Tirol und Wien reagieren. Das Ressort von Wolfgang Mückstein (Grüne) war im Vorfeld der auf Beamten-Ebene bestrittenen Sitzung für eine Verschärfung der Maßnahmen eingetreten. Im Vorfeld war sogar von einer 1G-Regel die Rede, nach der nur der Impfschutz als ausreichend anerkannt worden wäre.

Eineinhalb G statt drei

In der Nachtgastronomie ist damit die 3G-Regel mit dem Ausschluss von Antigentests und Genesung quasi halbiert worden. Mit dem 15. August folgt bereits der nächste weitreichende Schritt: Der Grüne Pass soll nur noch erhalten, wer beide Impfdosen erhalten hat und nicht wie bislang drei Wochen nach der Erstimpfung. Die Regelungen für Empfänger des Impfstoffes von Johnson & Johnson, Genesene und Getestete werde dabei jedoch nicht angegriffen, erklärt Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein am Donnerstagabend.

Dies dürfte jedoch in der Umsetzung nicht ganz so einfach werden, warnt Vabrik-Besitzer Thomas Krobath. „Diesen Terminus, ‚Nachtgastronomie‘,  gibt es laut Gewerbeordnung gar nicht, jede Diskothek ist grundsätzlich eine Bar“ erklärt er. Auch die Vabrik ist offiziell eine Gastwirtschaft mit auf Imbissen und Getränke eingeschränkten Angebot in der Betriebsart Bar. Was künftig für die Diskotheken und Clubs gelten soll, müsse auch jede andere Bar in Österreich mit berücksichtigen, so das Fazit Krobaths.

Fehlende Vorlaufzeit

An der neuen Regel stört er sich nicht explizit, aber: „ich hätte mir etwas mehr Vorlaufzeit gewünscht.“ Auf seiner Onlinepräsenz ruft er die Jugendlichen zur Impfung auf. Dennoch, bei den Kontrollen am Vabrikeingang sei nur jeder Sechste bis Fünfte geimpft. Selbst wenn die Erstimpfung ausreichend bleibe, wäre das Zeitfenster bereits sehr eng.

Sollte die Verschärfung halten, seien daher zwei Eckpunkte wichtig: Einen schnellen Impftermin für jeden Interessierten, so dass sie schnell einen Grünen Pass erhalten. Und dass die Regelung für den gesamten Barbetrieb gilt. „Alles andere wäre verfassungswidrig“, ist Krobath überzeugt.