Bregenz gibt Bahnhof den Vortritt

Vorarlberg / 15.07.2021 • 21:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wenn der Bahnhof auf Unterflur träfe. MaS
Wenn der Bahnhof auf Unterflur träfe. MaS

Die Stadtvertretung ist sich auch bei der Unterflurtrasse einig.

BRegenz Tag der Entscheidung in Bregenz: Gestern, Donnerstag (15. Juli) wurde in der Stadtvertretung über das weitere Vorgehen bei den Großprojekten „Bregenz-Mitte“ und „Eisenbahn-Unterflurtrasse“ abgestimmt. Eines vorweg: Beide Amtsanträge wurden zurückgezogen. Stattdessen stimmten alle Fraktionen einstimmig für den gemeinsamen Gegenantrag von ÖVP, Grüneen und Neos.

Bei Bregenz-Mitte erhielt der Bürgermeister den Auftrag, gemeinsam mit Land und ÖBB einen Teilbebauungsplan für den Bahnhof zu erarbeiten. Das Projekt müsse so umgesetzt werden, dass die Bebauung bei einer etwaigen Tieferlegung der Bahn integriert werden kann. Außerdem soll, auch mit finanzieller Beteiligung des Landes, die Machbarkeit einer Untertunnelung der Landesstraße zwischen HTL-Kreisverkehr und Generaligebäude untersucht werden und drittens die Bevölkerung vor einer Beschlussfassung zu einem etwaigen Masterplan umfassend informiert und beteiligt werden. Der Bahnhof habe oberste Priorität, die ÖBB hätten auch bei der jüngsten Sitzung Anfang Juli wieder deutlich gemacht, dass sie bis Herbst eine Entscheidung bräuchten, erläuterte Vizebürgermeisterin Sandra Schoch (Grüne). Für Bürgermeister Michael Ritsch ist der „Schulterschluss in dieser Frage das Gebot der Stunde“. Ziel sei, 2022 mit dem Bau des Ausweichbahnhofs bei der Hypounterführung und 2024 mit dem Bahnhofsneubau zu beginnen. „Was die Architektengruppe gemacht hat, fühlt sich für uns gut an“, bestätigte Alexander Moosbrugger von den Neos. Veronika Marte (ÖVP) meinte: „Das Allerwichtigste ist, zu sagen, dass es drei unterschiedliche Projekte sind.“ Philipp Kunert von der FPÖ ergänzte: „Wir stolpern seit 20 Jahren über einen staubigen Parkplatz. Ich hoffe, dass die SPÖ die Vision auf den Boden bringt.“

Rahmenplan als Ziel

Bei der Unterflurtrasse soll Ritsch gemeinsam mit dem Land, dem Ministerium und den betroffenen Umlandgemeinden zunächst abklären, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um das Konzept voranzutreiben, mit dem Ziel in den nächsten Rahmenplan der ÖBB aufgenommen zu werden. Die ÖVP werde nichts machen, was eine Unterflurtrasse und einen zweigleisigen Ausbau verhindere, versicherte Marte. „Wir haben uns abgestimmt, um auf den Punkt zu bringen, was derzeit wirklich wichtig ist“, sagte Schoch zum gemeinsamen Antrag. Kuner sprach von einem „historischen Moment für Bregenz“, Moosbrugger von einem Projekt, das alle Vorarlberger Gemeinden betrifft und nur gemeinsam geschultert werden kann. „Ich habe zum ersten Mal das Gefühl, dass die komplette Stadtvertretung hinter einem Zukunftsprojekt steht“, erklärte der Bürgermeister. Sein Wunsch sei nun, dass alle Stadtvertreter, die im Landtag etwas zu sagen hätten, dort einen ähnlichen Beschluss herbeiführen. „Ich erwarte mir auch von der IV und der Wirtschaftskammer klare Aussagen“, so Ritsch. VN-ger

„Wir haben uns abgestimmt, um auf den Punkt zu bringen, was wirklich wichtig ist.“

„Ich erwarte mir auch von der IV und der Wirtschaftskammer klare Aussagen.“

Eine Vision für ein bahnfreies Ufer. 

Eine Vision für ein bahnfreies Ufer. 

Wird der Masterplan Bregenz-Mitte weiter verfolgt, könnte Bregenz in ein paar Jahren so aussehen. 
Wird der Masterplan Bregenz-Mitte weiter verfolgt, könnte Bregenz in ein paar Jahren so aussehen.