An die Grenzen gegangen

Vorarlberg / 16.07.2021 • 21:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Durch das „Fenster“ der Drei Schwestern steigt man beim Abstieg. Oliver Ihring
Durch das „Fenster“ der Drei Schwestern steigt man beim Abstieg. Oliver Ihring

Grenzüberschreitung von Triesenberg (Liechtenstein) über den Fürstensteig auf die Drei Schwestern nach Frastanz.

Triesenberg, Frastanz Der Tag startet bereits früh. Um 7.24 Uhr fährt die Buslinie 11 am Bahnhof Feldkirch ab. Sie bringt uns zunächst zur Haltestelle „Vaduz Post“, bei der wir in die Linie 21 umsteigen müssen. An der Station „Triesenberg Post“ steigen wir aus. Die rund eine Stunde Busfahrt müssen wir nun zu Fuß wieder zurücklegen, jedoch nicht auf den Straßen Liechtensteins, sondern über den Fürstensteig und im weiteren Verlauf über mehrere Gipfel bis hin zu den Drei Schwestern. Von Beginn an ist man quasi schon auf der Rücktour. Mit jedem Schritt kommt man seinem Zuhause wieder näher und doch ist es noch ein weiter Weg bis dorthin.

Von Triesenberg geht es zunächst gemächlich in Richtung Rotenboden, wenig später zwischen Feldern und Wildblumen über den Walser Sagenweg Triesenberg Richtung Hinder Prufatscheng. Markant sind die aus Holz geschnitzten Figuren am Tobelbach, die dem Tod ähnlich sehen. Im Liechtensteiner Oberland ist die Sage vom Nachtvolk in aller Munde. Schemenhafte Gestalten zogen früher betend durchs Dorf. Hörte ein Schäfer das Gemurmel, eilte er zum Fenster und erkannte den letzten Beter in der Reihe. Diese Person starb als Nächstes im Dorf. Oftmals war es sogar der Schäfer selbst.

Bereits hier hat man eine herrliche Aussicht auf das Rheintal und die Schweizer Berge. Auf dem Walser Sagenweg treffen wir nicht nur auf gruselige Gestalten, sondern auch auf einen Findling des Rheintalgletschers sowie auf die Wildmandli, die früher auf der Triesenberger Alp Sareis im Gamperdonatal in Höhlen gewohnt haben sollen. Nach einer Forststraße steigen wir im kühlen, schattigen Nadelwald im Zickzack bergauf, bis wir den Aussichtsturm Gaflei erreichen, der wie ein Sprungbrett inmitten der Natur steht. Ab Gaflei folgen wir den Schildern in Richtung Drei Schwestern (weiß-blau-weiß markierter Wanderweg). Nach einer halben Stunde beginnt der Fürstensteig. Der gut ausgebaute, in den Fels geschlagene, teils schottrige Wanderweg führt immer direkt am Felsmassiv entlang. Morgens spendet das im Schatten liegende Gestein noch angenehme Kühle.

Das ändert sich schlagartig, wenn man die Bergseite am Gafleisattel von West nach Ost wechselt. Ab dem Gafleisattel geht es auch nicht mehr am Fels entlang, sondern durch Latschen. Auf unserem Weg bis zu den Drei Schwestern nehmen wir mehrere Gipfel mit. Angefangen mit der Gafleispitze, steigen wir weiter auf den 2122 Meter hohen Kuhgrat sowie auf den 2105 Meter hohen Garsellakopf. Um auf den Garsellakopf zu kommen, muss man ein wenig hochkraxeln. Auch der Abstieg ist felsig und schottrig. Nach einem kurzen, ebeneren Weg durch Latschen erreichen wir den Aufstieg zu den Drei Schwestern, der ebenfalls über Felsgestein führt. Auch hier ist Kraxelei angesagt.

Zu den zwei Hauptgipfeln der Drei Schwestern gelangt man jedoch nur durch Kletterei. Auf der anderen Seite geht es teils über Leitern und seilversicherten Weg wieder runter. Wir steigen durch das berühmte „Fenster“ der Drei Schwestern und folgen an der Kreuzung „Sarojaalpe“ den Schildern Richtung Frastanz. VN-JUN

Auf der grenzüberschreitenden Tour hat man eine schöne Aussicht auf das Rheintal und den Rätikon.
Auf der grenzüberschreitenden Tour hat man eine schöne Aussicht auf das Rheintal und den Rätikon.
Vom Garsellakopf auf die Drei Schwestern (l.) blickend.
Vom Garsellakopf auf die Drei Schwestern (l.) blickend.
Kraxelei und Trittsicherheit sind bei dieser Tour erforderlich.
Kraxelei und Trittsicherheit sind bei dieser Tour erforderlich.

Drei Schwestern

Gehzeit knappe 8 Stunden

Kilometer circa 25 Kilometer

Höhenmeter 1500

Einkehrmöglichkeiten Abstecher zum Naturfreundehaus Feldkircher Hütte

Hinweis lange Tour, die eine gute Kondition erfordert