Gericht: Volltrunkener Tierquäler verurteilt

Vorarlberg / 16.07.2021 • 10:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gericht: Volltrunkener Tierquäler verurteilt
Der Angeklagte behauptete, sich aufgrund seiner damaligen Alkoholisierung an nichts mehr erinnern zu können. Eckert

Bis zur Unzurechnungsfähigkeit Alkoholisierter misshandelte Rottweiler-Welpen, Fahrgast und Polizisten.

Feldkirch Der 35-jährige qualifizierte Techniker, der bis vor kurzem noch 2500 Euro netto verdiente, macht im Gerichtssaal einen ordentlichen, höflichen und harmlosen Eindruck. Doch dieser Eindruck täuscht, der Mann hat einige Vorstrafen, ein paar „harmlose“, aber auch heftigere Delikte mit Gewalt im Hintergrund, sind dabei. Am Landesgericht Feldkirch geht es um einen Vorfall im April dieses Jahres in Lustenau. Der dort wohnhafte Mann war dermaßen betrunken, dass er als unzurechnungsfähig eingestuft wurde. Bier und jede Menge Jägermeister ließen den Beschuldigten in einem Bus ausrasten. Zwei Menschen und ein junger Hund wurden zu Opfern seines Wutausbruchs.

Welpen gequält

Der erste Vorwurf ist der einer Körperverletzung. Der Mann schlug einen 17-jährigen Fahrgast völlig grundlos so heftig gegen den Kopf, dass dieser gegen eine Kopfstütze prallte und sich dabei verletzte. Auch der Rottweilerwelpe des Angeklagten bekam die Brutalität seines Besitzers zu spüren. Beim Einsteigen in den Bus zog er das Tier an den Ohren, warf es grob in den Passagierraum, dass es liegen blieb und nicht mehr aufstehen konnte. Es winselte, der Mann trat es mit Füßen und schleuderte den jungen Vierbeiner beim Aussteigen aus dem Bus. Das kleine Tier wurde auf den Gehsteig katapultiert und wollte weg. Da packte der 35-Jährige die junge Hündin an den Hinterbeinen und zog sie grob zu sich.

An all das kann sich der Angeklagte offenbar nicht mehr erinnern. „Mein Mandant brach in Tränen aus, als er auf dem Video sah, wie grob er zu seinem Hund war“, sagt der Verteidiger. „Ich mag Tiere, deshalb habe ich den Hund ja angeschafft. Es tut mir so leid, was passiert ist“, behauptet der Angeklagte.

Polizisten verletzt

Die Polizei wurde gerufen und der Hund dem Grobian endlich abgenommen. Auch ein Beamter kam bei diesem Einsatz nicht ungeschoren davon. Der aggressive Beschuldigte versetzte ihm einen Faustschlag gegen den Unterkiefer, eine Prellung mit mehreren Tagen Schmerzen war die Folge. Alles in allem ergibt das Körperverletzung bei dem Jugendlichen, Tierquälerei, versuchter Widerstand gegen die Staatsgewalt und schwere Körperverletzung beim Beamten.

Weil der Angeklagte damals aber voll berauscht war, findet dies alles unter dem Delikt „Begehung einer mit Strafe bedrohten Handlung im Zustand voller Berauschung“ Deckung. Dem Jungen wurden vorab 400 Euro, dem Polizisten 1170 Euro Entschädigung bezahlt. Beim Urteil werden 1600 Euro Geldstrafe ausgesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.