In St. Gallenkirch entscheiden die Einwohner, wie der Ortskern aussieht

HE_Blude / 16.07.2021 • 18:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Eine Genossenschaft, bestehend aus Gemeinde und einer lokalen Bank, soll die Entscheidung tragen.

Die Gemeinde St. Gallenkirch bestimmt, wie das Ortsbild aussieht. So zumindest stellt es sich das Institut für Standort-, Regional- und Kommunalentwicklung (ISK) vor. Den Gemeindevertretern wurde ein Genossenschaftsmodell vorgestellt, das – vereinfacht erklärt – wie folgt aussieht: Die Genossenschaft kauft ein Grundstück. Sie entscheidet, was damit passieren soll, und verkauft dieses dann an private Investoren weiter. Der Verkauf ist an einen privatrechtlichen Vertrag gebunden, und somit entscheidet die Gemeinde, wie die Grundstücke verwendet werden dürfen und schlussendlich aussehen sollen. Bei Nichteinhaltung wird eine Pönale fällig.

Die Genossenschaft besteht zu 60 Prozent aus der Gemeinde und zu 40 Prozent aus einer regionalen Bank, damit stellt die Gemeinde den Obmann. Ein Geschäftsanteil gehört der ISK. Diese bringt ihr Know-how ein und stellt die beratenden Stunden per Honorarnote in Rechnung.

Auch wenn Regionalität großgeschrieben werden soll, wurden Banken aus der Steiermark und Salzburg angedacht. Mit Sicherheit wird es bei einer Ausschreibung aber auch ein Angebot der Raiffeisenlandesbank geben, denn diese sind an der ISK beteiligt. Gerald Mathis, Geschäftsführer ISK, war zuletzt für die Raiffeisenbank Bodensee-Leiblachtal im Vorstand tätig und ist nach wie vor Aufsichtsratsmitglied. Ziel der Genossenschaft ist in erster Linie der Ankauf und die Entwicklung von Grundstücken. Das ISK ist bereits in mehreren Vorarlberger Gemeinden tätig, zuletzt in Hard am Bodensee. Eine Entscheidung erfolgte noch nicht, das Projekt wird vorerst weiterverfolgt. Von den Gemeindevertretern gab es einige Gegenstimmen, die das Projekt infrage stellen.