Erkundungstour durch Gargellen

Vorarlberg / 19.07.2021 • 16:16 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Viele Interessierte kamen zur Eröffnung des Gargellner Fensterweges. Stefan Kothenr - Montafon Tourismus GmbH
Viele Interessierte kamen zur Eröffnung des Gargellner Fensterweges. Stefan Kothenr – Montafon Tourismus GmbH

Der neue Gargellner Fensterweg wurde nach drei Jahren Projektumsetzung eröffnet.

Gargellen Im höchstgelegenen und zugleich auch kleinsten Ort des Montafon startete vor drei Jahren das Projekt „Bergdorf 2025 – Gargellner Fenster“. Am Freitag, 9. Juli, war es soweit: Der Gargellner Fensterweg wurde nach drei Jahren Projektumsetzung mit zahlreichen Besuchern feierlich eröffnet.

„Das ist ein echter Gargellner Meilenstein“, begrüßte Andrea Schwärzler (Hotel Mateera) die anwesenden Gäste bei der Eröffnungsfeier des Gargellner Fensterweges, direkt vor dem beeindruckenden Kalkofen auf über 1.400 Meter Seehöhe. Drei Jahre arbeiteten zahlreiche Helfer intensiv an diesem besonderen Weg. Das ganze Dorf packte mit an und Generationen arbeiteten Hand in Hand. „Das, was hier die letzten Jahre umgesetzt wurde, ist fantastisch! So viele Spezialisten mit ihrem Wissen und dazu das unglaubliche handwerkliche Geschick von unseren Gargellnern – das bildete die Grundlage für den Gargellner Fensterweg“, zeigte sich Christian Thöny (Alpenhotel Heimspitze) sichtlich stolz.

Geologische Besonderheit

„In Gargellen steht die Welt Kopf – aus geologischer Sicht ist hier alles sehr absurd. In der Fachwelt sind die geologischen Besonderheiten in Gargellen bereits allen bekannt, nun wird es auch endlich der Allgemeinheit mitgeteilt“, war Geologe Heiner Bertle begeistert. Neben den Projektverantwortlichen sowie -beteiligten zeigten sich viele Ehrengäste interessiert.

Die Veranstalter freuten sich über den Besuch von Christian Schützinger (Geschäftsführer Vorarlberg Tourismus), Josef Lechthaler (Bürgermeister der Gemeinde St. Gallenkirch), Manuel Bitschnau (Geschäftsführer Montafon Tourismus) sowie Heike Ladurner-Strolz (Aufsichtsratsvorsitzende Montafon Tourismus). Ganz zur Freude aller durften noch weitere Ehrengäste begrüßt werden: Als Experten vor Ort gaben Friedrich Juen, Michael Kasper, Heiner Bertle sowie Elmar Matt ihre fachliche Expertise über die Entwicklung, Entstehung und Bedeutung dieses besonderen Themenweges, der als einer der ersten Wege des entstehenden Alpenmosaiks Montafon gilt, an die Gäste weiter. Die Veranstalter bedankten sich beim Land Vorarlberg, der Gemeinde St. Gallenkirch, den Gargellner Bergbahnen und Montafon Tourismus für die tatkräftige Unterstützung und Zusammenarbeit bei der Umsetzung dieses Projekts.

Eine Station des Gargellner Fensterweges beleuchtet beispielsweise die früher schwierige Anfahrt in den auf 1.400 Meter Seehöhe gelegenen Ort. Erst im Jahr 1932 wurde die Zufahrt in den kleinen Grenzort ausgebaut. „Gargellen ist ein Kaiserschloss, zu dem eine Hühnerleiter führt“, hatte zuvor der Autor Ludwig von Hörmann geschrieben. Am Rüti Maisäß erleben Gäste die traditionelle Dreistufen-Landwirtschaft. Das namensgebende Naturphänomen kommt ebenso vor: Vom „Gargellner Fenster“ ist unter Geologen die Rede, wenn durch Erosion einzelne helle Kalkfelsen im ursprünglichen dunklen Urgesteinsmassiv sichtbar werden.

Geführte Touren bis Oktober

Zum Gargellner Fensterweg gibt es eine geführte Tour, die man über das BergePLUS-Programm von Montafon Tourismus buchen kann und noch bis zum 25. Oktober jeden Montag stattfindet. Eine Anmeldung ist bis 20 Uhr am Vortag notwendig. Treffpunkt ist jeweils in der Kassahalle der Talstation Bergbahnen Gargellen. Die geführte Wanderung dauert viereinhalb Stunden, wobei die reine Gehzeit drei Stunden beträgt. Es müssen 370 Höhenmeter im Auf- und Abstieg bewältigt werden. Von der Talstation der Bergbahnen Gargellen geht es vorbei am Gitzistee, Rüti, Gargellner Fenster, an der Ronggalpe, in der man im Übrigen auch einkehren kann, und zum Schluss am Robimaisäß, bevor man wieder zurück zur Talstation gelangt. „Ich liebe es, den Gästen das schöne Gargellen von verschiedenen Blickwinkeln zu zeigen“, so Wanderführer Niclas.

„In Gargellen steht die Welt Kopf – aus geologischer Sicht ist hier alles sehr absurd.“

„Das, was hier die letzten Jahre umgesetzt wurde, ist einfach fantastisch! “

Der Wanderweg führt unter anderem an einem Wildbach entlang und durch Nadelwälder.
Der Wanderweg führt unter anderem an einem Wildbach entlang und durch Nadelwälder.
An dieser Station erfährt man etwas über den Kalkofen.
An dieser Station erfährt man etwas über den Kalkofen.
Auch Bürgermeister Josef Lechthaler wanderte mit.
Auch Bürgermeister Josef Lechthaler wanderte mit.