Syrer wegen mehrerer Sexualdelikte zu zwei Jahren Haft verurteilt

Vorarlberg / 20.07.2021 • 10:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Zweite einschlägige Eintragung in der Strafkarte des 36-Jährigen, er leugnete die angeklagten Übergriffe.

Feldkirch Der im Unterland wohnhafte Syrer hat einen Job, arbeitet und hat in Vorarlberg auch schon Anschluss gefunden. Der ledige Schichtarbeiter hat in seiner Strafkarte eine Eintragung wegen sexueller Belästigung, das war 2019, nun sitzt er schon wieder wegen mehrerer Sexualdelikte vor dem Richter. Zum einen geht es um sexuellen Missbrauch einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person. Dazu sagt die Judikatur, dass auch ein schlafender Mensch quasi wehrlos ist, denn er merkt nicht, was mit ihm geschieht. Insofern ist ein schlafendes Opfer einem Opfer gleichzuhalten, das voll alkoholisiert oder unter Drogen den Geschehnissen nicht folgen kann. In diesem Fall war das Opfer eine 16-Jährige, die bei dem Mann in seiner Wohnung übernachtete.

Bekannter von Bekanntem

Den Angeklagten selbst kannte der Teenager eigentlich kaum. Sie war gemeinsam mit einem Kollegen auf Besuch gekommen, sie hatten etwas gegessen, einen Film gesehen. Dann ging der Kollege wieder, sie beabsichtigte dennoch bei dem Beschuldigten zu übernachten. Als sie eingeschlafen war, näherte sich ihr der Mann, zog seine und ihre Hose herunter und führte einen Finger in das Mädchen ein. Gleichzeitig befriedigte er sich selbst. Das Mädchen erwachte und war verwundert, den beinahe Fremden bei einer derart intimen Handlung zu überraschen. Laut Anklage hatte sie dazu keinerlei Einverständnis geäußert.

Geld geboten

Der zweite Vorwurf betrifft das Delikt „Sexueller Missbrauch von Jugendlichen“ – dabei soll der Syrer dem Teenager Geld geboten haben. Als Gegenleistung sollte das Mädchen den Mann mit der Hand befriedigen. Das Mädchen lehnte ab. Aber selbst das reichte dem Mann noch nicht, während das Mädchen im Bad war, stellte sich der Beschuldigte vor sie hin und begann zu masturbieren. Der Mann, der sich an jenem Winterabend sexuell ziemlich hartnäckig und lästig zeigte, wird vom Schöffensenat nach mehrstündigem Beweisverfahren zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt. Dem Opfer werden vorläufig 3000 Euro zugesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der Angeklagte, der bis zuletzt beteuerte, es habe keinerlei sexuelle Übergriffe gegeben, will die Entscheidung beim Oberlandesgericht Innsbruck bekämpfen. Für Staatsanwalt Manfred Melchhammer passt das Urteil mit zwei Jahren Haft, er gibt einen Rechtsmittelverzicht ab.

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