“Das Festival der Zweiten Republik”

Vorarlberg / 21.07.2021 • 22:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Böser Typ mit toller Stimme: Pavel Petrov als Herzog.

Böser Typ mit toller Stimme: Pavel Petrov als Herzog.

Bregenzer Festspiele mit starkem politischem Akzent eröffnet.

Bregenz Er sei selbst erstaunt gewesen, dass ihn ein über 100 Jahre alter Artikel der Verfassung zu Tätigkeiten veranlasst habe, bemerkte Alexander Van der Bellen im Rahmen seiner Rede zur Eröffnung der 75. Bregenzer Festspiele. Für Beobachter des Politgeschehens nahm Österreichs Staatsoberhaupt somit den Akt im großen Festspielhaus in Anwesenheit von Bundeskanzler Sebastian Kurz sowie von Mitgliedern der Bundes- und Landesregierung zum Anlass, das Verhalten hinsichtlich des „Ibiza“-Untersuchungsausschusses und den „respektlosen Umgang“ mancher Politiker mit den Institutionen des Staates zu thematisieren.

„Ich will Maßnahmen sehen“

Die außergewöhnliche und, wie man es von Van der Bellen kennt, weitgehend frei vorgetragene Rede wurde auch dann mit Zwischenapplaus bedacht, als er auf die unbefriedigende Situation von weiblichen Arbeitskräften hinwies, die sich vor allem in der Coronapandemie dahingehend gezeigt habe, dass man es gut gebildeten Frauen möglichst schwer mache, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt wahrzunehmen. Es sei zwar nicht der Anlass, um über die Klimakrise zu sprechen, das Problem sei aber so drängend geworden, betonte der Bundespräsident, um nachzuhaken: „Die Ziele sind definiert. Ich will die Maßnahmen sehen.“

Die Bregenzer Festspiele symbolisieren, „was das Beste an Österreich ausmacht“, bezog sich Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer auf die Gründung der Festspiele im Jahr 1946, die sie, wie Van der Bellen betonte, zum „Festival der Zweiten Republik“ machen. Auch wenn es nicht abgesprochen sein konnte, wurde die Bemerkung von Mayer, dass sich die Wiener Symphoniker zu einem Sechstel auch Bregenzer Symphoniker nennen können, im Orchesterstück „In freier Natur“ des Vorarlberger Komponisten Marcus Nigsch eindrucksvoll hörbar. Handelt es sich doch um ein Werk, das seinen klanglichen Reiz aus einer Instrumentierung mit perfektem Zuschnitt gewinnt. Festspielpräsident Hans-Peter Metzler lieferte die passende Paraphrasierung: „Musik bringt immer wieder Ordnung in das Chaos, das die Menschen verursachen.“

„Künstlerische Betätigung ist, gesellschaftspolitisch betrachtet, systemrelevant.“

„Zu unserer Menschenpflicht gehört es, unser Haus in Ordnung zu übergeben.“

"Das Festival der Zweiten Republik"

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"Das Festival der Zweiten Republik"

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Erhöhten die Vorfreude auf die Premiere im Opernstudio: Sängerinnen und Sänger der Oper “Die Italienierin in Algier”.

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Das Kolosseum im Festspielhaus: Ein guter Gag, schließlich wurde gestern Abend dann die Oper “Nero” aufgeführt.