Impfungen machen sich bezahlt

Vorarlberg / 21.07.2021 • 22:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Stark steigende Infektionszahlen, vorerst aber relativ wenige Intensivpatienten.

SCHWARZACH Zwei Menschen waren gestern in Vorarlberg so schwer an Corona erkrankt, dass sie im Krankhaus behandelt werden mussten. Das Prognosekonsortium des Gesundheitsministeriums geht davon aus, dass es bis Anfang August kaum mehr werden. Noch besser: Auf den Intensivstationen könnte es im besten Fall bei null Patienten, jedenfalls aber bei sehr wenigen bleiben. Das ist bemerkenswert: Seit Tagen explodiert die Zahl bestätigter Infektionen. Waren vergangenen Mittwoch neun pro 100.000 Einwohner und Woche verzeichnet worden, so handelte es sich gestern um 34. Bis zum kommenden Mittwoch erwartet das Prognosekonsortium eine weitere Verdoppelung auf mehr als 60. Über 100 könnte die Inzidenz dann sogar in Salzburg liegen, doch auch dort sei mit kaum einem oder gar keinen Intensivpatienten zu rechnen. So günstig dürften die Entwicklungen nicht überall werden. Für Wien rechnen die Experten mit einer deutlichen Zunahme der Spitalsbelegungen. Die Zahl der Intensivpatienten könnte bis 4. August von zuletzt 20 bis 30 auf 48 sogar deutlich zunehmen. Ihren Berechnungen zugrunde gelegt haben die Experten britische Studien zu Impfeffekten. Wenig überraschend ist demnach entscheidend, dass möglichst viele Menschen geimpft sind. Wobei es hier in Österreich noch eine gefährliche Lücke gebe: Noch immer seien mehr als eine halbe Million über 55-Jährige nicht geimpft. Und zumal bei ihnen Erkrankungen tendenziell schwerer sind, sei ein „Anstieg des Intensivbelags zu erwarten“.

Infektionszahlen steigen

In der Schweiz bereitet man sich auf Schlimmeres vor. Im Unterschied zu Deutschland und ganz besonders etwa in den Bodenseeregionen, steigen die Infektionszahlen auch dort exponentiell. Mit rund 50 ist die Inzidenz fast zwei Mal höher als in Österreich. Die Kantone Graubünden und St. Gallen stehen mit 42 bzw. 44 kaum besser da. In den Spitälern ist die Lage entspannt. Samia Hurst von der „Covid19 Science Task Force“, einem nationalen Expertenbeirat, bleibt jedoch besorgt: „Wenn sich ein großer Teil der nicht immunen Menschen infizieren würde, wäre die erwartete Anzahl der Erkrankungen, Hospitalisierungen und Todesfälle ähnlich hoch oder sogar höher als im bisherigen Verlauf der Pandemie.“ Umso wichtiger sei es, weiter zu impfen.

Allein: Wie in den meisten europäischen Ländern lassen sich auch in der Schweiz immer weniger Menschen impfen – die meisten, die von vornherein bereit dazu waren, haben es schon getan. JOH