Diepoldsau für Schweizer kein S 18-Ersatz

Vorarlberg / 23.07.2021 • 18:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Kanton St. Gallen und die Gemeinde Diepoldsau beziehen Stellung. Lokale Entlastung gesucht.

Diepoldsau, St. Gallen „Mit Blick auf die Beschlüsse im österreichischen Parlament ist es dem Kanton St. Gallen wichtig zu betonen, dass die in Wien diskutierte Unterflurvariante im Raum Diepoldsau keine Alternative zur S-18 bzw. zur CP Variante ist.“ Keine Zweifel lässt Susanne Hartmann, für Tiefbauten zuständige Regierungsrätin im Kanton St. Gallen darüber aufkommen, wie sie den im Nationalrat eingebrachten Entschließungsantrag zum Thema Bodensee-Schnellstraße bewertet. Dieser auch von den zwei Vorarlberger ÖVP-Nationalratsabgeordneten Karlheinz und Norbert Sieber eingebrachte und später angenommene Antrag sieht vor, „die notwendige Verbindung der A 14 mit der Schweizer N13 unter Berücksichtigung einer möglichen Verbindung auf der Höhe Hohenems-Diepoldsau-Widnau/Balgach zu prüfen.

Kantonalstraße

Die Vorarlberger Grünen meinen, dass ein Korridor zwischen den beiden Autobahnen im Raum Kummenberg bis Schmitten in Kombination mit einem leistungsstarken Grenzübergang bei Höchst/St. Margrethen eine spürbare Entlastung bringen würde. Experten bezweifeln das und verweisen in diesem Zusammenhang auf die veröffentlichten Erkenntnisse unter anderem im „Mobil im Rheintal“-Schlussdokument.

Das Bau-
departement St. Gallen hält dezidiert fest, dass die Studie für eine Unterflurvariante im Raum Diepoldsau nicht als hochrangige Verkehrsverbindung untersucht wird, sondern als Kantons- bzw. Landesstraße. „Sie ist noch nicht umfassend geprüft worden. Lediglich ihre bautechnische Machbarkeit wurde in der Studie nachgewiesen und die dazu entstehenden Kosten abgeschätzt. Zu den verkehrlichen, umweltrechtlichen, raumplanerischen und ökonomischen Aspekten liegen noch keine Daten vor“, erklärt Regierungsrätin Hartmann.

Variantenentwicklung

Die Untersuchung der Unterflurvariante ist laut Auskunft des St. Galler Baudepartements Teil des Projekts „Mobilitätskorridor Mittleres Rheintal“. Es soll wichtige Betriebsgebiete und Siedlungsgebiete direkter an die Rheintalautobahn anbinden und die Region verkehrlich entlasten. Zur Diskussion stehen mehrere Varianten, unter anderem eine Tunnelführung. „Derzeit können wir aber nicht einmal sagen, wie viele Varianten wir am Ende zur Auswahl stellen werden. Wir haben erst begonnen, Varianten zu entwickeln“, erklärt Sascha Bundi, federführender Beamter des Tiefbauamtes St. Gallen. Einen Zeitplan über die weitere Vorgangsweise werde es bald geben.

Partner des Projekts sind der Kanton St. Gallen, das Land Vorarlberg und die Region Rheintal.

Diepoldsauer Wünsche

In der Gemeinde Diepoldsau ist man über die Erwähnung der lokalen Verkehrsverbindung als Alternative zur S 18 ebenso nicht glücklich. „Diese Verbindung ist als Entlastung für die Bürgerinnen und Bürger in Diepoldsau gedacht und nicht als große Lösung im unteren Rheintal“, heißt es aus der Gemeindestube. Kein Geheimnis ist, dass sich die Diepoldsauer für die Autobahnverbindung einen Tunnel wünschen und keine offene Straße. Von der Festlegung auf ein konkretes Projekt sei man jedoch noch ein gutes Stück entfernt.

„Die in Wien diskutierte Unterflurtrasse bei Diepoldsau ist keine Alternative zur S 18.“