Landesregierung beschloss die neue Wohnungsvergabe

Vorarlberg / 24.07.2021 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Landesregierung beschloss die neue Wohnungsvergabe
Die Wohnungsvergabe in Vorarlbergs Gemeinden wird auf neue Beine gestellt. Es gibt auch neue Vergabekriterien. VN/STeurer

Verändertes Punktesystem und neue Dringlichkeitskriterien solllen Vergabe fairer machen.

Bregenz Für die Vergabe der gemeinnützigen Wohnungen im Land sind die Gemeinden zuständig. In der Regel berät und beschließt ein Ausschuss der Gemeindevertretung, wer eine Wohnung erhält. Das geschieht allerdings nicht nach dem Daumen-Hoch-Prinzip, sondern folgt klaren Kriterien. Mit einer Punkteliste werden Reihungen erstellt, anhand dieser die Wohnungen vergeben werden. Vor einigen Jahren flammte Kritik an dieser Vergabepraxis auf. Wer nämlich schon lange auf der Liste steht oder schon lange in einer Gemeinde wohnt, erhält verhältnismäßig viel Punkte. Wer nur in der Gemeinde arbeitet und dort hinziehen will, hat kaum eine Chance. 2019 forderte der Landtag die Regierung auf, dem Rechnung zu tragen. Wie die VN berichteten, ist es heuer soweit. Nun meldet der zuständige Landesrat Marco Tittler Vollzug. Die Wohnungsvergabe wird auf neue Beine gestellt.

Neues Vergabekriterium

Zukünftig wird der Dringlichkeit ein größerer Stellenwert eingeräumt. Ist zum Beispiel in einer Beziehung Gewalt im Spiel und eine Frau sucht deswegen eine neue Wohnung, oder droht aus einem Grund Obdachlosigkeit, erhält man automatisch eine hohe Punktzahl und wir nach vorne gereiht. Technisch bedeutet das, dass ein neues Vergabekriterium mit dem Titel “notwendige Hausstandsgründung” geschaffen wird.

Auch die Arbeitsplatznähe wird in der neuen Richtlinie höher gewichtet. Damit dürfte ein erster Schritt in Richtung Regionalisierung der Wohnungsvergabe stattfinden, sagt Tittler. Zudem werden die Einkommensgrenzen neu festgelegt sowie Ausnahmen konkretisiert, erläutert er. Man wolle mit den Änderungen die Vergabe der Wohnungen so transparent, objektiv und gerecht wie möglich gestalten, fährt der Landesrat fort. Der Bewerbungsgrund “bisherige Wohnung zu klein” wird um eine genaue Zimmerzahl ergänzt. Außerdem können bei unbegründeten Wohnungsablehnungen auch Punkte abgezogen werden.

Auch das von den Gemeinden genutzte EDV-System soll verbessert werden. Die neue Software kostet der Landesregierung 48.000 Euro. Sie bezahlt zukünftig auch die Systemwartung.