Polizei mit scharfem Blick auf „rollende Bomben“

Vorarlberg / 24.07.2021 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Polizei mit scharfem Blick auf „rollende Bomben“
Mario Gmeiner von der Gruppe Schwerverkehrskontrolle kriecht schon mal unter einen Lkw. VN/STEURER

Bei den Schwerverkehrskontrollen der Exekutive kommt so manch Brummifahrer ins Schwitzen.

Wolfurt Lokalaugenschein beim Güterbahnhof Wolfurt. Der Prüfzug der Asfinag nimmt gemeinsam mit der Polizei geparkte Lkw unter die Lupe. Für manche der Sattelzüge endet damit die Durchreise. Zumindest vorläufig.

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Aus dem Verkehr gezogen

Denn den wachsamen Augen von Chefinspektor Kurt Planinger (Fachbereichsleiter der Gruppe Schwerverkehrskontrolle, Güter- und Personenverkehr) und seinem Kollegen Mario Gmeiner entschlüpfen keine desolaten Lkw. Was andere nicht sehen, erkennen die beiden erfahrenen Polizisten schon auf den ersten Blick. Es ist Gefühlssache. Hat der Laster Mängel bei der Bereifung oder den Bremsen? „Da kriechen wir schon mal unter den Lkw, um das zu kontrollieren“, sagt Planinger.

Verdächtige „Sorgenkinder“ seien vor allem Sattelzüge aus Bulgarien, Rumänien und Belarus. Werden da augenscheinliche Mängel festgestellt, kommt der Prüfzug zum Zug. „Von acht bis zwölf Schwerfahrzeugen, die wir an solchen Tagen unter dem Lupe nehmen, werden rund die Hälfte von ihnen aus dem Verkehr gezogen“, resümiert der Chefinspektor. Dann muss der Lastwagen zur nächsten Werkstätte. Erst wenn die Mängel beseitigt sind, darf der Fahrer seine Reise fortsetzen.

Polizei mit scharfem Blick auf „rollende Bomben“
Das neue Lärmmessgerät könnte zum Schrecken für manchen Biker werden.

Fahrer im Fokus

Apropos Fahrer: Auch er selbst steht im Fokus der uniformierten Kontrolleure. Ist er fit, ausgeschlafen, hat er seine Ruhezeiten eingehalten und den Fahrtenmesser nicht manipuliert? Gerade Letzteres wird immer schwieriger durch die neue digitale Technik zur Kontrolle, die der Polizei zur Verfügung steht. In einem eigens dafür ausgerüsteten Einsatzbus. Bei technischen sowie Beanstandungen der Lenker setzt es Strafen. „Und die summieren sich gerne mal bis zu 1500 Euro“, sagt Planinger.

In dem Kleintransporter – bei den Kontrollen stets dabei – verbergen sich auch noch andere Instrumente, die Verkehrssündern gefährlich werden können. Etwa ein neues Lärmmessgerät, mit dem der Geräuschpegel der Motoren von Mopeds und Motorrädern festgestellt wird. Wenn der Norm-Geräuschpegel um sechs Dezibel überschritten ist, drohen Organstrafmandate. Bei mehr als 12 Dezibel ist die Nummertafel weg, warnt der Chefinspektor.  

Polizei mit scharfem Blick auf „rollende Bomben“
In Kooperation mit der Polizei: Der Lkw-Prüfzug der Asfinag am Güterbahnhof Wolfurt.