Armin Fidler: Lehrer sein und ungeimpft, das ist nicht vereinbar

Vorarlberg / 25.07.2021 • 18:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Armin Fidler: Lehrer sein und ungeimpft, das ist nicht vereinbar
Die Impfung ist immer noch uneingeschränkt freiwillig. Es gibt nun aber Forderungen nach einer Impfpflicht unter anderem für Lehrer. VN/STIPLOVSEK

Während die Vorarlberger Lehrergewerkschaft sich gegen eine Impffplicht verwehrt, wollen andere genau das.

Bregenz, Wien Christiane Teschl-Hofmeister, Bildungslandesrätin in Niederösterreich, Christine Druml, Vorsitzende der österreichischen Bioethikkommission, und Public-Health-Experte Armin Fidler haben eines gemeinsam: Sie sprechen sich mehr oder weniger deutlich für eine Impfpflicht von Lehrern aus. Sie sind mit dieser Meinung längst nicht mehr alleine. Die Diskussion darüber nimmt Fahrt auf, genauso wie der Widerstand der Lehrergewerkschaft in dieser Frage zunimmt.

Armin Fidler ist als Gesundheitsexperte für das Land Vorarlberg tätig. Eine Impfverpflichtung für Lehrer ist für ihn denkbar. <span class="copyright">Mayer/Vol</span>
Armin Fidler ist als Gesundheitsexperte für das Land Vorarlberg tätig. Eine Impfverpflichtung für Lehrer ist für ihn denkbar. Mayer/Vol

Fachlich überzeugt

“Wer sich als Lehrer der Corona-Impfung verweigert, hat meiner Meinung nach den Job verfehlt. Lehrer sein und dadurch mit Schutzempfohlenen in Kontakt zu treten, welche diesen Kontakt nicht vermeiden können, ist unvereinbar.” Nicht zum ersten Mal bezieht der Gesundheitsberater der Vorarlberger Landesregierung zu diesem Thema deutlich Stellung. “Ich weiß, dass das politisch umstritten ist. Aber ich bin kein Politiker und sage das, wovon ich fachlich überzeugt bin”, fügt Fidler an.

Man könne bei den Lehrern nicht mit der Eigenverantwortung argumentieren. “Sie tragen Verantwortung für eine Gruppe, die sich zum Teil nicht impfen lassen kann und die es sich nicht aussuchen kann, Nicht-Geimpften aus dem Weg zu gehen”, argumentiert Fidler. Dass die nun vorherrschende Delta-Variante das Risiko noch erhöhe, tue ein Übriges dazu. Zudem wisse man, dass Infektionen hautpsächlich von Erwachsenen, also auch von Lehrern, auf die Schüler übetragen werden.

“Lehrer tragen Verantwortung nicht nur für sich selbst, sondern für eine Gruppe Schutzbefohlener.”

Armin Fidler, Gesundheitsexperte

Faßman gegen Impfpflicht

Fidler stellt sich auch hinter die Überlegungen einer Impfpflicht für Beschäftigte im Krankenhaus-, Pflege- und Sozialbereich. “Auch bei einem Riskopatienten gilt etwa: Er kann es sich nicht aussuchen, nur von einer geimpften Person betreut zu werden.”

Was die Schule anbelangt, so hat Bildungsminister Heinz Faßmann bereits wissen lassen, dass er gegen eine Impfpflicht nur für Lehrer ist. Er könne sich Überlegungen in diese Richtung höchstens dann vorstellen, wenn auch vergleichbare Berufsgruppen davon betroffen wären. Faßmann setzt auf eine intensive Testphase zu Beginn des neuen Schuljahres, mit drei Tests pro Woche, und das zwei Wochen lang. Das könnten auch PCR-Tests sein. Ein genaues Konzept über die Corona-Präventivmaßnahmen sei in Ausarbeitung, man wolle es Anfang August präsentieren.

“Aufschrei der Lehrerschaft”

Schon jetzt massiven Widerstand gegen eine Impfverpflichtung für Lehrer kündigt die Lehrergewerkschaft an. Sollte es dennoch dazu kommen, erwartet Pflichtschulgewerkschafterin Alexandra Loser “einen Aufschrei in der Lehrerschaft”. Loser warnt vor möglichen negativen Auswirkungen auf den Beruf. “Sollte es eine Impfpflicht nur für Lehrpersonen geben, kann ich mir gut vorstellen, dass einige diesen Beruf nicht ergreifen werden. In Zeiten von LehrerInnenmangel ist das ein Schritt in die falsche Richtung.”