In Impfstraßen über 400.000 Stiche gesetzt

Vorarlberg / 28.07.2021 • 05:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In Impfstraßen über 400.000 Stiche gesetzt
In den Anfängen der Impfung gab es zuweilen schon Gedränge vor dem Impfzentrum in Dornbirn. VN/Steurer

Jetzt sind Impfbus und niedergelassene Ärzte am Zug.

Bregenz Die Impfstraßen sind zumindest vorerst Geschichte. Am Wochenende wurden dort die letzten Stiche gesetzt, ab sofort übernehmen niedergelassene Ärzte und Ärztinnen die Corona-Schutzimpfungen. Etwa 70 von ihnen bieten 3000 Impftermine pro Woche an. Derzeit gibt es knapp über 2700 Anmeldungen für eine Impfung in einer Ordination. Das heißt, es ist bereits eine Terminauswahl erfolgt. In den vom Land im Februar eingerichteten Impfstraßen in Dornbirn, Bregenz, Bezau, Hirschegg und Nenzing wurden über die vergangenen Wochen und Monate insgesamt 434.731 Impfdosen verabreicht. Dabei handelt es sich um Erst- und Zweitimpfungen. Bezogen auf die Einwohnerzahl sind bis dato 55 Prozent der Bevölkerung voll- und 59 Prozent teilimmunisiert.

Private Impfinitiative

Die mit Abstand größte Impfstraße befand sich im Messquartier in Dornbirn, wo zahlreiche freiwillige Helfer 213.291 Spritzen mit den Vakzinen von BioNTech/Pfizer, AstraZeneca, Moderna sowie zuletzt auch Johnson & Johnson aufgezogen haben. Dahinter folgt die Impfstraße in Nenzing mit 130.287 verabreichten Covid-19-Schutzimpfungen. Auf 54.726 Impfungen brachte es die Impfstraße in Bregenz. Weitere Impfzentren wurden, nachdem genug Impfstoff vorhanden war, in Bezau und Hirschegg eingerichtet. Dazu kam eine private Initiative in Hard mit 223 Impfungen. In den Praxen niedergelassener Ärzte gab es bis zur Schließung der Impfstraßen fast 14.000 Verabreichungen. Die Bilanz legt aber auch offen, dass die Zweitimpfungen relativ häufig geschwänzt wurden. In keiner Impfstraße wurde die ursprüngliche Zahl wieder erreicht. Die Verantwortlichen sprachen von bis zu 10 Prozent, die den zweiten Termin sausen ließen.

Auswahlmöglichkeit

Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher zog dennoch eine positive Bilanz. „Die Impfstraßen haben sich sehr bewährt“, betonte sie und dankte den Impfteams, die „über Wochen und Monate hinweg herausragende Arbeit im Dienste des Gesundheitsschutzes geleistet haben“. Mit der Schließung der Impfzentren – nur die Impfstraße in Bregenz bleibt über den Sommer als Back-up erhalten –  ist das bisherige Einladungssystem endgültig auf ein Buchungssystem umgestellt. Für Rüscher liegen die Vorteile auf der Hand: „Impftermine können nun selbstständig und direkt bei einer Ärztin oder einem Arzt gebucht werden. Auch Ort und Zeitpunkt der Impfung sowie der Impfstoff lassen sich individuell auswählen.“

Impfbus unterwegs

Gleichzeitig setzt das Land im Bemühen, die träge vor sich hin dümpelnde Impfquote doch noch zu erhöhen, auf den Impfbus. Er legt heute, Mittwoch, von 8 bis 13 Uhr am Marktplatz in Rankweil einen Halt ein, am Samstag steht er von 10 bis 16 Uhr beim Zimbapark in Bürs. Der Zugang ist bewusst niederschwellig gehalten. Es braucht nur die e-Card und einen amtlichen Lichtbildausweis. Geimpft wird, so lange der Vorrat reicht. Derzeit gibt es in Vorarlberg 218 aktiv positive Personen. Die 7-Tage-Inzidenz ist auf 38,6 gestiegen. Wie überall hat auch hier die Delta-Variante überhandgenommen. Die Neuinfektionen der vergangenen Tage sind laut Land ausschließlich auf diese Variante zurückzuführen.