Warum nur wenige Ferienheime Kindern auch heuer Sommerfrische anbieten

Vorarlberg / 28.07.2021 • 18:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Warum nur wenige Ferienheime Kindern auch heuer Sommerfrische anbieten
Adrian, Noah, Luis, Marlen, Alina und Lena vergnügen sich auf einem der Spielplätze des Ferienheims Oberbildstein. Foto: VN /Stiplovsek

Testen, isolieren, desinfizieren: Nur so lässt sich der Betrieb in Ferienheimen halbwegs sicher gestalten.

Schwarzach Im und rund um das altehrwürdige Ferienheim Maien ob Schwarzenberg herrscht auch heuer in den Sommerferien gespenstische Ruhe. Kein Jauchzen, kein Singen, kein Trampeln und Klatschen: Corona hat zum zweiten Mal nacheinander Ferienfreuden vereitelt. Man wolle die Pause nutzen, das Ferienheim für 2022 zukunftssicher und zukunftsfit zu machen, heißt es auf der Homepage des Trägers. Was immer das heißt.

Ähnliche Situation auch im Ferienheim Bolgenach, das im Sommer verwaist im schönen Hittisau steht. “Leider können wir auch in diesem Jahr keine unvergesslichen Ferien für die Kinder anbieten”, lautet die Botschaft an Familien und Kinder. Als Ersatz haben die Träger Tagesbetreuung in Lustenau offeriert.

Fast normaler Betrieb

Anders ist die Situation im Ferienheim Oberbildstein und im Ferienheim Schönenbach im Bregenzerwald. Sie trauten sich, Ferienlager abzuhalten. In Oberbildstein war man im vergangenen Jahr bereits mutig und hat zwei Turnusse durchgeführt. Heuer läuft der Betrieb wieder fast normal. “Wir führen wie gehabt vier Turnusse zu je zwei Wochen durch. Statt 100 Kinder nehmen wir aus Sicherheitsgründen heuer nur 80 pro Turnus”, erklärt Manfred Waibel, Leiter des zweiten Turnus.

Wie gewohnt führen wir heuer wieder vier Turnusse zu je zwei Wochen durch. Jetzt statt für 100 halt für 80 Kinder.”

Manfred Waibel, Turnusleiter Oberbildstein

Freilich gelten für alle strenge Regeln. So mussten die Kinder mit einer offiziellen Testbestätigung anreisen. In der ersten Woche wurden sie zudem vor Ort drei Mal getestet. “Wir hatten glücklicherweise keinen einzigen positiven Fall. Deswegen können wir in Woche zwei auf weitere Tests verzichten”, berichtet Waibel.

Strenge Regeln

Das geht aber nur deswegen, weil die 80 Kinder und der aus 19 Personen bestehende Betreuerstab die ganzen zwei Wochen mehr oder weniger unter sich bleiben. Die Kinder dürfen nicht von ihren Eltern besucht werden, die Gruppen werden getrennt, die Essenszeiten sind verteilt, es gibt keinen Tausch bei den Schlafstellen. Selbstverständlich gelten auch strenge Hygiene- und Desinfektionsregeln. Händewaschen vor der Einnahme der Mahlzeiten ist Pflicht.

Heiß auf Ferienlager

“Da wir durch viele unserer Regeln praktisch in Isolation leben, fühlen wir uns sicher. Wir haben zudem im letzten Jahr wertvolle Erfahrungen gesammelt, die uns jetzt helfen”, zeigen sich Waibel und sein Team zuversichtlich, dass auch heuer nichts passiert. Man wäre allerdings vorbereitet, sollte das doch der Fall sein. Wie ausgehungert Kinder und Erwachsene nach Ferienlagern à la Oberbildstein sind, zeigte sich bei der Anmeldung. “Bereits im Jänner waren alle Plätze vergeben. Späterkommende konnten wir dann nur noch auf eine immer länger werdende Warteliste setzen.”