Brandheißes Angebot für Nostalgiker

Vorarlberg / 15.09.2021 • 16:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Brandheißes Angebot für Nostalgiker
Kommandant Mario Mangard vor dem zu verkaufenden Feuerwehrauto. VN/JUN

Die Gemeinde St. Gallenkirch verkauft ihr altes Löschfahrzeug, das zum Wohnmobil oder Werkstattwagen umgebaut werden kann.

St. Gallenkirch Baujahr 1988, 180 PS, 20.500 Kilometer: Die Gemeinde St. Gallenkirch verkauft ihr Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung und Allradantrieb der Feuerwehr St. Gallenkirch. 13.000 Euro ist das Mindestgebot. Kaufangebote können noch bis 24. September, 20 Uhr in schriftlicher Form auf dem Postweg an die Gemeinde St. Gallenkirch oder per E-Mail an gemeindeamt@st.gallenkirch.at mit dem Betreff „Angebot LFB-A“ eingereicht werden. Für das 33 Jahre alte Fahrzeug der Marke Steyr gibt es bereits Ersatz durch das LFB-C, ein neues Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung und flexibel einsetzbaren Containern. Anstelle des ausgemusterten LFB-A kommt bald der Pick-Up, der momentan noch im Geräteraum steht, auf dessen Platz.

Zum Wohnmobil zweckentfremden

Mit 20.500 Kilometern hat der LFB-A vergleichsweise viel auf dem Tacho. Das letzte Auto, ein Tanklöschfahrzeug, das nach Moldawien verschickt wurde, hatte nur 18.000 Kilometer auf dem Buckel. Doch da die finanzielle Situation der Gemeinde angespannt ist, will sie das jetzige Gefährt einem Privatkäufer verkaufen.

Den Aufbau der Marke Rosenbauer kann man abtrennen und stattdessen einen Wohnmobil-Aufbau draufsetzen. So lässt sich das Löschfahrzeug einfach zu einem Wohnmobil umbauen. „Auch kleinere Reparaturen sind am Auto zu machen. Bisschen sanieren muss man es schon“, sagt Kommandant Mario Mangard. Ein paar kleine Roststellen hat das Fahrzeug mit Schaltgetriebe und einem Lichtmast mit vier Scheinwerfern aufgrund seines fortgeschrittenen Alters ebenfalls.

Das LFB-A hat drehbare Seitentüren.
Das LFB-A hat drehbare Seitentüren.

Seilwinde als Besonderheit

Die Besonderheit des Steyr 10S16 4×4 ist die Trommelseilwinde. Man braucht lediglich einen Anhängepunkt, um sich und das Auto aus Schlamm oder ähnlichem herauszuziehen. Auch als Werkstattwagen kann das Feuerwehrauto gut genutzt werden. Die drehbaren Seitentüren waren damals in Vorarlberg einmalig, berichtet Mangard. Um das Feuerwehrauto fahren zu können, braucht man übrigens einen Lkw-Führerschein. In den nächsten Jahren müssen noch weitere Autos der insgesamt drei Feuerwehren ausgetauscht werden. Das Feuerwehrfahrzeug in Gorti­pohl aus dem Jahr 1989 ist als nächstes an der Reihe.

Neues LFB-C vielseitig einsetzbar

Das neue LFB-C ist um einiges moderner: Es hat 450 PS und eine Automatikschaltung. Zudem ist es vielseitiger einsetzbar. In dem Fahrzeug haben immer vier Container Platz, die aber nach Belieben ausgetauscht werden können, je nach Einsatzart. Es gibt einen Hochwasserwagen, der sauberes Wasser abpumpen kann, einen Schmutzwasserwagen für gröbere Verunreinigungen im Wasser, einen Technikwagen mit Holzblöcken zum Unterlegen, eine Saugstelle, um die Wasserversorgung sicherzustellen und einen Ölwehrwagen mit Bindemitteln, um eine Ölspur zu beseitigen. Zum neuen, 525.000 Euro teuren LFB-C gesellen sich noch das Rüstlöschfahrzeug und die Drehleiter, die das Gebiet von Bludenz bis Gaschurn und Bielerhöhe abdeckt.

Das Auto verfügt über reichlich Platz.
Das Auto verfügt über reichlich Platz.

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