Kritik und Lob für Pfand und Quote

Vorarlberg / 14.10.2021 • 19:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Müllmenge soll reduziert werden. <span class="copyright">VN/Stiplovsek</span>
Die Müllmenge soll reduziert werden. VN/Stiplovsek

Ministerum möchte Details zum Pfand bald präsentieren.

Schwarzach Mit dem Einwegpfand wurde am Mittwoch eine alte Forderung von Umweltschützern erhört. Umweltministerin Leonore Gewessler sieht sich dennoch mit Kritik ihres früheren Arbeitgebers konfrontiert. Gewessler präsentierte am Mittwoch den Ministerratsbeschluss zum Einwegpfand und der Mehrwegquote. Die Reaktion von Lena Steger von Global2000: „Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blicken wir auf das neue Abfallwirtschaftsgesetz. Einwegpfand kommt, und das ist gut so. Aber die Vorgaben für Mehrweg sind sehr schwach ausgefallen.“

Im April präsentierte Gewessler einen ersten Entwurf. Darin war von Einwegpfand noch keine Rede, dafür war eine strengere Mehrwegquote angedacht. In der Stellungnahme der Landesregierung hieß es: „Wie die Erfüllung der Quote festgestellt bzw. kontrolliert werden soll, erschließt sich uns nicht.“ Matthias Germann, Chef der Landeslegistik, sieht die Kritik nun ausgeräumt: „Jetzt ist es klarer.“ Unternehmen müssen ihre Quote jährlich an die Verpackungskoordinierungsstelle (VKS) schicken. Diese leitet die Daten an das Ministerium weiter, das für die Kontrollen zuständig ist.

Die Quote wurde zudem verringert. Greenpeace ist nicht erfreut. „Die Mehrwegquote ist aufgrund zahlreicher Ausnahmen, etwa für antialkoholische Getränke bis 0,5 Liter deutlich zu niedrig.“ Aus Gewesslers Ministerium heißt es dazu: „Es geht hier vor allem um die Wahlfreiheit. Wer Mehrweg kaufen will, soll auch Mehrweg bekommen. Das schaffen wir mit dem verbindlichen Mehrwegangebot.“ Ausnahmen gebe es nur bei Pfandflaschen. Der Grüne Landtagsabgeordnete Christoph Metzler jubelt: „Mit dem Pfand auf alle Einweg-Plastikflaschen und Dosen sowie der Mehrwegquote setzen wir endlich die nötigen Maßnahmen, um die Flut an Plastikmüll einzudämmen.“ Die Höhe des Pfands ist noch unklar. Im Ministerium hofft man auf rasche Einigung.

„Sind bereit“

Die Abfallindustrie beobachtet die Ereignisse gespannt. Man sei bereit für das neue System, erläutert Reinhard Pierer von Loacker Recycling. Die Mehrwegquote könnte zwar die Müllmenge verringern. Aber: „Wenn es gut für unsere Nachkommen ist, bin ich absolut dafür.“ Wie das Sammeln der Pfandflaschen und Dosen funktioniert, ist noch offen. Bei Loacker sei man jedenfalls bereit. Die Plastikflaschen müssen dort wohl noch nach Farbe sortiert werden, betont Pierer.

Die Sammelquote in Vorarlberg sei jetzt schon super, sagt der Experte. Laut Zahlen des Umweltverbands liegt sie bei ungefähr 87 Prozent. Das Pfand soll sie noch erhöhen. Ab 2025.

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