Ein Stück Festspiele als nostalgische Erinnerung

Vorarlberg / 21.10.2021 • 16:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Stück Festspiele als nostalgische Erinnerung
Ballonfahrer Eugen Nussbaumer geht davon aus, dass „sein“ Rigoletto-Ballon am Freitag und Samstag keinen Liebhaber finden wird.

Am Wochenende sind auf der Werkstattbühne Kostüme und Requisiten zu haben.

Bregenz Rigoletto ist Geschichte – mit coronabedingter einjähriger Verspätung ist die zweite Spielzeit gelaufen und auf der Festspielbühne sind die Abbrucharbeiten erledigt. „Abgeschlossen“ wird Rigoletto jetzt am Wochenende mit dem Kostüm- und Requisitenverkauf. Mehr noch: Die Festspiele räumen auch weitere „Kleiderkästen“ aus. Wer mal in die Haut einer Nonne oder Neros Mutter schlüpfen möchte, kommt auf seine Kosten: 50 grüne Kleider und Ordenskostüme für Mann und Frau stehen zum Verkauf.

Auch zahlreiche Kostüme aus Festspielaufführungen wie beispielsweise "Rigoletto" stehen zum Verkauf. <span class="copyright">Steiner</span>
Auch zahlreiche Kostüme aus Festspielaufführungen wie beispielsweise "Rigoletto" stehen zum Verkauf. Steiner

Sogar Fans älterer Seebühnen-Produktionen können sich am Freitag, 22. Oktober, und Samstag, 23. Oktober, jeweils von 10 bis 16 Uhr, freuen. So werden beispielsweise auch prächtige Goldmasken mit Bart von Nabucco verkauft.
Die Einladung der Festspiele richtet sich vor allem an Laienschauspieler, Opernfans und Faschingsnarren, die hier stöbern und oft zum Schnäppchenpreis Bekleidung, Perücken aber auch technisches Equipment (Ton und Beleuchtung) vergangener Opernaufführungen erwerben können. Ausgedient hat mit dem Ende der Spielzeit auch der spektakuläre Ballon, der zwei Sommer lang mit seinem Aufstieg und Farbenspiel Tausende Besucher fasziniert hat. „Der Ballon wird wohl verschrottet“, mutmaßt sein Pilot, der 66-jährige Ballonfahrer und Chef von Skyfun, Eugen Nussbaumer, der 2019 und 2021 als „Flight Officer“ für die Festspiele tätig war. Und er erklärt im Gespräch mit der VN-Heimat auch warum: „Dieser Ballon war eine Spezialanfertigung, nur als Fesselballon zum Aufstieg von der Seebühne ausgelegt. Anders als bei den Ballons, mit denen ich seit Jahrzehnten arbeite, ist es zudem kein Heißluftgerät, sondern ein Heliumballon. Auch für seine „Flotte“ ist dieser relativ kleine Ballon uninteressant, „weil er für Ballonfahrten einfach zu klein ist“, begründet der erfahrene Pilot. Er würde sich deshalb nie und nimmer wirtschaftlich betreiben lassen, zumal große Investitionen notwendig wären. „Um alle behördlichen Vorgaben erfüllen zu können, müssten schätzungsweise mehr als 100.000 Euro ausgelegt werden“, so Nussbaumer, der ergänzt, dass diese Investition durch den Betrieb nicht hereinzubringen wäre. Der Ballon mit einem Volumen von rund 1300 Kubikmetern sei der kleinste, mit dem er jemals gearbeitet habe. Zum Vergleich dazu hat sein größter Ballon – der VN-Ballon – ein Volumen von mehr als 12.000 Kubikmetern. Fazit: „Der Rigoletto-Ballon wird wohl verschrottet werden.“ STP

Requisiten, Masken und viele andere an der Produktion beteiligten Exemplare können erworben werden.
Requisiten, Masken und viele andere an der Produktion beteiligten Exemplare können erworben werden.

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