Klaus zieht die Notbremse

Vorarlberg / 02.12.2021 • 16:48 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für das komplette Betriebsgebiet wurde eine zweijährige Bausperre erlassen.<span class="copyright">Egle</span>
Für das komplette Betriebsgebiet wurde eine zweijährige Bausperre erlassen.Egle

Gemeinde beschließt zweijährige Bausperre im Industriegebiet. Zeit soll zur Überarbeitung des Teilbebauungsplans genutzt werden.

Klaus Die Gemeinde Klaus verfügt am Ortsrand direkt angeschlossen an Autobahn und Schienen ein ideal gelegenes und gut entwickeltes Industrie- und Betriebsgebiet. Wohnraum und Firmenflächen grenzen zwar teilweise aneinander, sind aber doch strikt getrennt, was Anrainerkonflikte auf ein Minimum reduziert. Durch die Größe des Gebiets und die Vielzahl der Betriebe darf sich auch die Klauser Gemeindekassa über reichliche Beiträge in Sachen Kommunalsteuer freuen. Trotz dieser günstigen Voraussetzungen wurde nun seitens der Gemeindevertretung eine zweijährige Bausperre für das komplette Gebiet erlassen.

Fragwürdige Ansuchen

Die Gründe dafür erläutert Bürgermeister Simon Morscher wie folgt: „In letzter Zeit sind wir von Bauansuchen geradezu überrannt worden, darunter auch einige, die aus unserer Sicht als äußerst fragwürdig zu bezeichnen sind.“ Exemplarisch nennt Morscher etwa das Ansinnen zur Errichtung einer Tankstelle in unmittelbarer Bahnhofsnähe. „So ein Projekt würde den Individualverkehr wie ein Magnet anziehen und das sehen wir sehr kritisch.“ Das Gemeindeoberhaupt verweist zudem noch auf den geplanten Neubau des Bahnhofs 2024 und die Radschnellverbindung, die direkt an der Tankstelle vorbeiführen würde. Ohne entsprechendes Verkehrskonzept wäre laut Morscher so etwas kaum genehmigungsfähig.

„In letzter Zeit sind wir von Bauansuchen geradezu überrannt worden.“

Simon Morscher
Bürgermeister

Weitere Planungen notwendig

In der Gemeinde geht man nun aber gleich einen weiteren Schritt zurück und verordnet eine entsprechende Nachdenkpause. In dieser soll der eigentlich bereits fertige Teilbebauungsplan noch einmal überarbeitet werden. Der Plan, der von einem Planungsbüro entworfen wurde, hatte bei einigen bereits ansässigen Unternehmen für Fragen und Kritik gesorgt. Es geht um Bauflächenzahlen, maximale Gebäudehöhen sowie um den achtsamen Umgang mit Grünflächen etwa in Sachen Parkplätze, die man seitens der Gemeinde lieber unter der Erde sehen würde. Während der Bausperre soll es nun eine weitere Runde mit der Wirtschaft geben, um eine für alle Seiten tragbare Lösung zu finden, die dann auch in den neuen Räumlichen Entwicklungsplan passen soll.

Sperre womöglich kürzer

Die nun erlassene Bausperre biete für alle Seiten genug Zeit, Lösungen für die offenen Fragen zu finden. Bürgermeister Morscher ist daher zuversichtlich, dass die Sperre auch schon früher wieder aufgehoben werden könnte, wofür ein einfacher Beschluss der Gemeindevertretung nötig wäre: „Wir wollen der Wirtschaft unter gewissen Spielregeln den nötigen Platz lassen, wovon letztlich alle Klauser profitieren werden. Durch den Bahnhofsneubau wird der Standort noch attraktiver und die Gemeinde will ein Partner für starke, attraktive Unternehmen sein.“ CEG

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