Debatte um Quarantänedauer

Vorarlberg / 02.01.2022 • 22:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Omikron: Frankreich verkürzt die Frist, auch in Österreich gibt es Überlegungen.

Paris, bregenz Omikron sorgt in vielen europäischen Staaten für neue Höchststände bei den täglichen Neuinfektionen. Auch in Frankreich kommt es zu Rekordzahlen. Ungeachtet dieser Entwicklung verkürzt Paris nun die Quarantäne-Fristen. In Österreich gibt es diesbezüglich ebenfalls Diskussionen. Gesundheitsexperte Armin Fidler mahnt zur Vorsicht – zumindest am Anfang.

In Frankreich müssen vollständig Geimpfte bei einer Infektion nur noch sieben Tage lang in Quarantäne, wie Gesundheitsminister Olivier Véran ankündigte. Mit einem negativen Test kann die Quarantäne auf fünf Tage verkürzt werden. Für nicht oder nicht vollständig Geimpfte bleibt es bei einer Quarantäne von zehn Tagen. Mit einem negativen Test endet sie bereits nach sieben Tagen. Kontaktpersonen ohne Impfung müssen prinzipiell sieben Tage in Quarantäne, Geimpfte gar nicht mehr – sofern sie sich binnen sechs Tagen jeweils jeden zweiten Tag testen.

Hacker für Verkürzung

Die Lockerung soll laut Véran eine Destabilisierung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens verhindern. In Österreich sprach sich Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) für eine Verkürzung aus. Bei zu erwartenden Tausenden Neuinfektionen täglich würde die Zahl der Arbeitnehmer in Krankenstand und Quarantäne zum Problem. Im „Standard“ sprach er sich dafür aus, die Absonderung auf fünf Tage oder eine Woche zu verkürzen. Ab 19. Dezember sind die wegen Omikron verschärften Quarantäneregeln schon etwas gelockert worden. Wer Kontakt zu einer Person hatte, die mit der Variante infiziert wurde, kann sich ab dem fünften Tag in Quarantäne freitesten. Ansonsten beträgt sie zehn Tage. Geimpfte und Genesene werden indes als enge Kontaktpersonen eingestuft und sind zur Absonderung verpflichtet. Bei bisherigen Mutationen war das anders. Sie galten als K2, Quarantäne war nicht nötig. Nach Aussage der Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit, Katharina Reich, in der „ZiB 1“ prüft das Gesundheitsministerium bereits eine Lockerung bei den Quarantäneregeln.

Public-Health-Experte Armin Fidler meint: „Ich würde am Anfang noch vorsichtig sein. Aber es kommt auf die kritische Infrastruktur an.“ Im Mittelpunkt stehe die Frage, ob zu viel Personal ausfalle. Eine kürzere Quarantäne für Kontaktpersonen, die klinisch nicht auffällig sind, könne durchaus Sinn machen. „Wenn uns das Wasser bis zum Hals steht, wird man sich überlegen müssen, wie man damit umgeht.“ VN-RAM

„Ich würde am Anfang vorsichtig sein. Aber es kommt auf die kritische Infrastruktur an.“

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