Eine Wintersaison wie vor Corona

Vorarlberg / 03.01.2022 • 20:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Hubschrauber landet derzeit regelmäßig beim LKH Bludenz.
              
              vn/steurer

Der Hubschrauber landet derzeit regelmäßig beim LKH Bludenz.

vn/steurer

Am Montag gab es im LKH Bludenz über 90 Verletzte zu behandeln.

bludenz „Es ist eine ganz normale Wintersaison.“ Philipp Bichay stellt es ganz nüchtern fest. Aus ärztlicher Sicht heißt das nicht mehr und nicht weniger als dass die Unfallstation im Landeskrankenhaus Bludenz voll belegt ist. „Es sind fast ausschließlich Touristen, die nach Zwischenfällen auf der Piste eingeliefert werden“, unterstreicht der geschäftsführende Oberarzt des Departments für interdisziplinäre orthopädisch-unfallchirurgische Versorgung seine Beobachtung. Allein gestern, Montag, galt es über 90 verletzte Wintersportler zu versorgen. Am Sonntag waren es an die 60. „Die Frequenz hängt auch mit den An- und Abreisen zusammen“, erläutert Bichay.

Alles andere als normal sind jedoch die Voraussetzungen im Krankenhaus selbst. Dort bestimmt nach wie vor die Pandemie den Kurs und den medizinischen Alltag. Die Unfallabteilung wurde nämlich zur Coronastation, und Philipp Bichay musste mit seinem Team in die Chirurgie ausweichen, wo er sich auch die Patientenbetten mit den dortigen Kolleginnen und Kollegen teilt. „Deshalb ist aktuell nur ein sehr eingeschränkter Betrieb möglich“, erklärt er. Vor Corona standen der Unfallabteilung im Landeskrankenhaus Bludenz während einer Wintersaison je nach Bedarf zwischen 30 und 40 Betten zur Verfügung. „Jetzt sind es 20, wenn es gut geht“, merkt der Arzt an.

Akutversorgung gesichert

Um dennoch Kapazitäten für den Fall der Fälle bereit zu haben, werden Patienten, so es vom gesundheitlichen Aspekt her möglich ist, frühzeitig entlassen oder mit Gips bzw. Schiene versorgt nach Hause geschickt. „Das betrifft insbesondere Verletzungen, die keinen dringlichen operativen Eingriff erfordern“, sagt Philipp Bichay und betont noch: „Die Akutversorgung ist immer sichergestellt.“ Auch die Verletzungsmuster entsprechen laut dem Unfallchirurgen denen einer ganz normalen Wintersaison. Sie reichen von Oberarmfrakturen über Ober- und Unterschenkelbrüche bis hin zu Kreuzbandrissen sowie Malversionen an Schienbeinköpfen. Gleiches gilt für die Altersstruktur. „Wir haben vom Kind bis zum Senior alle Altersstufen im Krankenhaus“, berichtet Philipp Bichay.

Die meisten Wintersportverletzungen können im LKH Bludenz behandelt werden.Täglich sind zwei bis drei Fachärzte, zwei Assistenz- sowie zwei Turnusärzte im Einsatz. Liegt ein schweres Schädel-Hirntrauma vor, geht es für den Patienten sofort weiter ins LKH Feldkirch, ebenso bei schwerwiegenden Beckenverletzungen. VN-MM

„Es sind derzeit fast ausschließlich Touristen, die nach Skiunfällen ins Spital eingeliefert werden.“

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Eine Wintersaison wie vor Corona

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