Lehrervertreter fürchten sich vor Omikron

Vorarlberg / 03.01.2022 • 22:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Pädagogen beklagen schlechte Vorbereitung auf Schulbetrieb nach Ferien.

Bregenz Kommenden Montag sind die um einen Tag verlängerten Weihnachtsferien vorbei. Bei Lehrervertretern geht schon jetzt die Angst um, dass Omikron einem sicheren Schulbetrieb im Wege stehen wird. Die Österreichische LehrerInnenvertretung sieht geradezu apokalyptische Zustände auf die Bildungsstätten im Land zukommen und rechnet mit einer dramatischen Zuspitzung des Infektionsgeschehens unter Schülern, Lehrern und Verwaltungspersonal.

Die Lehrervertreter beziehen sich dabei auf eine Aussage des Mikrobiologen Ulrich Elling, der kürzlich gemeint hatte: „Wenn sich die Kinder in der Schule treffen, zündet Omikron durch.“ Die Pädagogen befürchten, dass bald 50 Prozent der Lehrpersonen symptomatisch erkranken. Dasselbe gelte für zweifach geimpfte Schüler und noch viel mehr für Nicht-Geimpfte. Auch die Mehrheit der Schüler würde symptomatisch erkranken, so es keine Eindämmungsmaßnahmen gibt.

Weihnachtsruhe

Gerhard Pusnik (62), AHS-Sprecher und einer der führenden Köpfe der Österreichischen Lehrerinitiative sowie der Unabhängigen Bildungsgewerkschaft, teilt die Ängste. „Es herrscht subjektiv derzeit das Gefühl, dass alles ruhig ist. Dabei gibt es klare Hinweise darauf, dass es auch bei uns mit Omikron gleich losgeht. Aber von den Schulverantwortlichen hört man gar nichts. Da wird weder informiert noch in irgendeiner Weise kommuniziert“, beschwert sich der Lehrervertreter. Gerne würde Pusnik wissen, welche Maßnahmen nach welchen Kriterien angedacht sind. „Wahrscheinlich kommt dann alles wieder am Samstag oder Sonntag unmittelbar vor dem Schulstart nach den Ferien.“

Wechselnde Situationen

Das will Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink (61, ÖVP) so nicht auf sich sitzen lassen. „Wir haben schon vor Weihnachten ganz klar kommuniziert, dass die Schule nach den Weihnachtsferien wieder mit einer Sicherheitsphase beginnt. Darüber hinaus möchte ich eines festhalten: Wir orientieren uns nach den den Gesundheitsbehörden. Die geben hier den Takt vor. Man kann als Schulbehörde nicht einfach etwas beschließen ohne Grundlage.“

Schöbi-Fink verweist auf die schnell wechselnden Situationen, welche durch das Infektionsgeschehen bestimmt würden. Drei wöchentliche  PCR-Tests, wie von der ÖLI gefordert, sieht sie nicht als Allheilmittel im Umgang mit Corona an den Schulen. „Weil man auf die Ergebnisse immer warten muss. Da würde ich eher zu mehreren Antigen-Tests raten. Wenn notwendig täglich. Diese geben sofort eine Information, mit der Möglichkeit zu raschem Handeln. VN-HK

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