Speerspitze gegen Atom

Vorarlberg / 03.01.2022 • 19:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

LH Markus Wallner mobilisiert gegen die EU-Pläne.

BREGENZ Der Vormarsch der Atomkraftbefürworter scheint nicht aufzuhalten. Atomstrom soll laut Plänen der EU-Kommission als grüne und nachhaltige Energie qualifiziert werden, der Weg für den Bau neuer Atomkraftwerke ist offensichtlich geebnet. Oder doch nicht?

Geht es nach dem Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner (54, ÖVP), dann müssen sich die Atomkraft-Gegner jetzt formieren und gegen die EU-Pläne vorgehen. Wallner selbst will als frischgebackener Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz damit beginnen.

Kampf um Einheit

„Ich werde sofort eine Resolution initiieren, mit dem einen Ziel, alle Landeshauptleute zu einer einheitlichen Anti-Atomkraft-Haltung zu bewegen. Das sollte in einem Land wie Österreich, das der Stromerzeugung durch Atomkraftwerke abgeschworen hat, kein Problem sein.“ Wallner berichtet, dass der Verordnungsentwurf der Kommission zur Begutachtung bereits eingelangt sei. „Was hier den Betreibern vorschwebt, ist genau das Gegenteil dessen, was wir für richtig halten.“

In seiner Funktion als Sprecher der neun Landeshauptleute möchte der Vorarlberger Landeshauptmann auch den Bund mobilisieren, gegen die Atompläne der EU vorzugehen. „Wir brauchen bei dieser Frage eine starke Haltung, die von allen maßgeblichen Kräften im Land getragen wird“, gibt sich Wallner kämpferisch. Auch auf europäischer Ebene will der oberste Vorarlberger gegen die Atomkraft aktiv werden. Er denkt dabei an den Ausschuss der Regionen, in dem Wallner gegen die Atompläne Stimmung machen möchte. „Es kann doch nicht sein, dass wir uns in unserem Land für saubere, umweltfreundliche Energie einsetzen und dann derartige Entwicklungen beobachten müssen.“ Gerade als Vorarlberger sieht sich Wallner in der Pflicht. „Wir haben bei uns eine lange Tradition des Widerstands gegen Atomkraftwerke. Und das aus gutem Grund.“

Ob der Widerstand gegen die Renaissance der Atomkraft von Erfolg gekrönt sein wird, scheint  fraglich. Frankreich, das derzeit den Vorsitz im EU-Rat innehat und über 70 Prozent seiner Energie aus Atomkraft bezieht, ist ein vehementer Befürworter der Qualifizierung von Atomenergie als klimafreundliche Technologie. Die Atomkraftgegner sind in der Minderheit. VN-HK

„Wir brauchen eine starke Haltung, die von allen  getragen wird.“

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