Die Gefahr für den Achtalweg liegt in der Substanz

Vorarlberg / 04.01.2022 • 12:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Gefahr für den Achtalweg liegt in der Substanz
Werner Auinger sorgt sich um den Zustand der Stützmauern. VN/RAUch

Seit Jahren erhält Werner Auinger den Weg auf der Trasse der alten Wälderbahn in der Schlucht zwischen Bregenz und Bozenau.

Bregenz, Doren Erst vor wenigen Tagen brachte Werner Auinger einen Rucksack voll Vogelfutter in das Achtal zu seinem Vogelhaus aus Bahnschwellen. Die meisten Wanderer kennen ihn wohl mit seiner kleinen Akkusäge oder Spitzhacke, denn seit 2013 hält der Bregenzer den Weg zwischen Bregenz und Bozenau begehbar.

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Verbotene Stege

2016 beschäftigte der Pensionist damit auch die Bezirkshauptmannschaft. Denn aus den Bahnschwellen schuf er nicht nur Vogelhäuschen und Sitzbänke, sondern auch eine Brücke und Stege. Er selbst sah darin nur Vorteile: Der Steg schützte Wasserbiotope, in denen seltene Frösche lebten, vor Wanderern und Radfahrern. Die Behörde sah darin jedoch vor allem ein Haftungsproblem.

Achtalweg  im Winter.
Achtalweg im Winter.

Sein Engagement hat jedoch auch eine politische Dimension: Der Achtalweg ist kein Wanderweg, sondern ein alpiner Steig. Er befindet sich seit 1995 in einem Natura-2000-Schutzgebiet, seit dem Auflassen der Bahntrasse 1983 wurde der Weg nicht mehr gepflegt – bis Auinger seine Arbeit aufnahm.

Sanierungsbedarf

Vor knapp einem Jahr wurde die beiden Bahntunnel zwischen Bregenz und Doren mit Spritzbeton gesichert, ebenfalls aus Haftungsgründen, da sich vor allem im Rotachtunnel Teile der Decke lösten.

Aus der Ferne sieht die Stützmauer stabil aus.
Aus der Ferne sieht die Stützmauer stabil aus.
Aus der Nähe zeigt sich, dass sich die Stahlbetonbereiche auflösen.
Aus der Nähe zeigt sich, dass sich die Stahlbetonbereiche auflösen.

Doch es gibt noch weiteren Sanierungsbedarf, warnt Auinger: Während die steinernen Stützmauern stabil erscheinen, sind jene aus Stahlbeton stark in Mitleidenschaft gezogen. Teile des Mauerwerks gaben bereits nach, zerbröckelten und legten den Stahl frei. Auch die aus den Schienen und Bahnschwellen erstellten Schutzwände sind streckenweise eingebrochen und haben oft kaum mehr eine Schutzwirkung.

Die jahrzehntealten Betonmauern sacken zur Ach ab.
Die jahrzehntealten Betonmauern sacken zur Ach ab.

Unterschiedliche Interessen

Die Wünsche bezüglich der Bregenzerachschlucht sind widersprüchlich: Die einen wünschen sieh einen Radweg zwischen Bregenz und Doren, auch als attraktive Alternative zum motorisierten Verkehr. Die anderen wollen das Tal im Sinne der Natura-2000 der Natur vollständig zurückgeben. Auch Auinger bekommt von beiden Rückmeldungen: “Die einen danken mir für meine Arbeit, die anderen sagen, ich soll doch Natur Natur sein lassen.”

Morsche Schwellen, freiliegende Schienen: Ein guter Zustand sieht anders aus.
Morsche Schwellen, freiliegende Schienen: Ein guter Zustand sieht anders aus.

Er selbst sieht sich im Mittelfeld: Einen maximal 1,2 Meter breiten Weg könne man doch erhalten. Allein schon, da diese Breite gerade E-Biker genug ausbremst, um den Weg und die Natur zu schonen. Ein schmaler Weg zwischen Natur und Ach als Mittelweg zwischen Naherholung, Naturschutz und Mobilität.

Achtalweg im Winter.
Achtalweg im Winter.
Achtalweg mit Werner Auinger im Winter.
Achtalweg mit Werner Auinger im Winter.

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