Graubünden bereits in der „Wand“

Vorarlberg / 04.01.2022 • 20:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Infektionskurve steigt fast senkrecht: Kanton warnt vor Einschnitten.

schwarzach In Teilen der Schweiz ist das Infektionsgeschehen außer Kontrolle. Auch in der Nachbarregion Vorarlbergs, im Kanton Graubünden, steigt die Kurve bestätigter Infektionen im zeitlichen Verlauf beinahe senkrecht. Die Inzidenz pro 100.000 Einwohner und Woche hat sich gestern einem Wert von 2000 angenähert. Vor einer Woche war sie noch dreistellig. Insofern bestätigt sich, dass das, was durch die hochansteckende Virusvariante Omikron ausgelöst werden kann, keine Welle mehr ist. Es ist eine Wand.

Das hat zunehmend auch Einfluss auf das gesellschaftliche Leben von Graubünden. Das Weltwirtschaftsforum in Davos wurde von der zweiten Jänner-Hälfte auf Frühsommer verschoben. Der Spengler-Cup, ein internationales Eishockeytournier, das üblicherweise Ende Dezember stattfindet, wurde zuletzt überhaupt abgesagt. Die epidemiologischen Voraussetzungen für die Durchführung einer derartigen Großveranstaltung seien nicht gegeben, argumentierten die Behörden.

Noch bewältigbar

Der Kanton Graubünden appelliert nun an die Bevölkerung und Gäste, Schutzmaßnahmen einzuhalten. Nur so werde es gelingen, harte Einschnitte zu verhindern. Auf den Intensivstationen sei die Lage angespannt, „derzeit aber bewältigbar“, hieß es am Dienstag auf Anfrage der VN.

Das eidgenössische Bundesamt für Gesundheit (BAG) geht davon aus, dass die Belastung für die Spitäler in den nächsten Wochen aber stark zunehmen wird. Aufgrund weniger schwerer Krankheitsverläufe könnte es diesmal eher auf Normal- als auf Intensivstationen zu Problemen kommen; und zwar auch, weil das Personal knapp wird.

Im übrigen Bodenseeraum herrscht eher noch Ruhe vor dem Sturm.

Zahlen steigen überall

Das Infektionsgeschehen hat praktisch überall angezogen, bisher aber bei Weitem nicht so stark wie in Graubünden. In Vorarlberg ist die Inzidenz von vergangenem Dienstag bis gestern um ein Viertel auf 312 gestiegen. Ähnlich ist die Entwicklung in süddeutschen Landkreisen. Auch im Schweizer Kanton St. Gallen ist es zu einem Zuwachs von einem Viertel gekommen, das aber auf einen Wert von über 800. Liechtenstein hält eine Inzidenz von 771. Im Fürstentum, wo etwa zehn Mal weniger Menschen leben als in Vorarlberg, sind bereits 163 Omikron-Fälle erfasst worden. JOH

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