Kürzere Quarantäne trotz Anstieg

Vorarlberg / 04.01.2022 • 19:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In Großbritannien grassiert Omikron stark. Die Regierung rechnet mit massiven Arbeitsausfällen. Die Quarantänefristen sind bereits angepasst worden. AFP
In Großbritannien grassiert Omikron stark. Die Regierung rechnet mit massiven Arbeitsausfällen. Die Quarantänefristen sind bereits angepasst worden. AFP

Wallner hält Anpassung für geboten und will Lockdown verhindern.

bregenz Omikron breitet sich immer weiter aus. Die Frage des Umgangs mit der neuen, deutlich ansteckenderen Variante des Coronavirus ruft die gesamtstaatliche Krisenkoordination Gecko, Bundes- und Landespolitik auf den Plan. Morgen, am Dreikönigstag, soll die aktuelle Lage besprochen werden. Die bisherigen Maßnahmen stehen auf dem Prüfstand. Eine nicht-medienöffentliche Gecko-Sitzung fand bereits am Dienstag statt. Ergebnisse gab es vorerst keine. Aus den Ländern und der Wirtschaftskammer wurden aber Rufe laut, Quarantänefristen zu verkürzen. Die Befürchtung: in vielen wichtigen Bereichen könnte ein Personalengpass drohen. Diese Sorge teilt auch Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). „Die Strategie muss sein: Quarantäne verkürzen, Impfungen fortsetzen, Lockdown verhindern.“

Gecko-Vorschlag

Dass es eine Anpassung der Quarantänebestimmungen brauche, hält Wallner angesichts von Omikron für geboten, wie er im VN-Gespräch ausführt. Es gehe sowohl um Infizierte als auch um Kontaktpersonen. „Der gesamte Bereich der kritischen Infrastruktur, Schulen, Spitäler, Pflege, Kindergärten, die Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln und so weiter, muss funktionieren, auch wenn die Omikron-Wand vor uns steht.“ Genaue Details nennt er keine. Gecko arbeite bereits an einem Vorschlag, der auf eine Verkürzung hinauslaufe. „Letztlich ist das eine medizinische, keine politische Frage.“ Für wichtig hält Wallner jedenfalls auch die Definition von Kontaktpersonen. „Wird durchgehend Maske getragen, wäre es vielleicht möglich, dies anders zu bewerten.“

Derzeit gilt: Wer Kontakt zu einer Person hatte, die mit Omikron infiziert wurde, kann sich ab dem fünften Tag in Quarantäne freitesten. Ansonsten beträgt sie zehn Tage. Auch Geimpfte und Genesene werden als enge Kontaktpersonen eingestuft und sind zur Absonderung verpflichtet.

Start mit Testphase

Mit Blick auf die Schulen hält es Wallner für sinnvoll, zunächst mit den bisherigen Quarantäne-Bestimmungen und „einer intensiven Testphase“ zu starten. Danach könnte evaluiert werden, ob die Regeln angepasst werden müssen. In Wien drängte Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos) auf eine Lockerung. Er sprach sich für eine Bevorzugung von geimpften und genesenen Kindern und eine kürzere Quarantäne aus. Für Wallner steht fest: „Ein Lockdown muss unter allen Umständen verhindert werden.“ Letztlich hänge alles von der Spitalsbelegung ab. Angesprochen auf die Frage, ob Vorarlberg sich schon auf eine vierte Impfung vorbereite, sagt der Landeshauptmann: „Noch sind wir mit der dritten Impfung beschäftigt.“ Die entsprechende Infrastruktur stehe aber bereits, gröbere Vorbereitungen seien nicht notwendig. „Wir wären jederzeit in der Lage, den vierten Stich zu setzen. Wir stehen Gewehr bei Fuß.“ Israel hatte zu Beginn dieser Woche damit begonnen, angesichts der rasanten Ausbreitung von Omikron in dem Land eine vierte Impfdosis an alle Einwohner über 60 Jahren und das medizinische Personal zu verabreichen.

Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge mehren sich unterdessen die Hinweise auf mildere Krankheitssymptome mit der neuen Variante. Ähnliches war aus Großbritannien zu hören.

„Wir wären jederzeit in der Lage, den vierten Stich zu setzen.“

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