Wie LH Wallner gegen die Atomlobbyisten kämpfen will

Vorarlberg / 04.01.2022 • 05:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wie LH Wallner gegen die Atomlobbyisten kämpfen will
Atomkraftwerke scheinen doch wieder Zukunft zu haben. Die EU will sie als klimafreundlich qualifizieren. Es regt sich Widerstand. VN/Riethbaum

Als Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz wird Wallner Bund und Länder mobilisieren.

Bregenz Der Vormarsch der Atomkraftbefürworter scheint nicht aufzuhalten. Atomstrom soll laut Plänen der EU-Kommission als grüne und nachhaltige Energie qualifiziert werden, der Weg für den Bau neuer Atomkraftwerke ist offensichtlich geebnet. Oder doch nicht?

Geht es nach dem Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner (54, ÖVP), dann müssen sich die Atomkraft-Gegner jetzt formieren und gegen die EU-Pläne vorgehen. Wallner selbst will als frischgebackener Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz damit beginnen.

Kampf um Einheit

“Ich werde sofort eine Resolution initiieren, mit dem einen Ziel, alle Landeshauptleute zu einer einheitlichen Anti-Atomkraft-Haltung zu bewegen. Das sollte in einem Land wie Österreich, das der Stromerzeugung durch Atomkraftwerke abgeschworen hat, kein Problem sein.” Wallner berichtet, dass der Verordnungsentwurf der Kommission zur Begutachtung bereits eingelangt sei. “Was hier den Betreibern vorschwebt, ist genau das Gegenteil dessen, was wir für richtig halten.”

In seiner Funktion als Sprecher der neun Landeshauptleute möchte der Vorarlberger Landeshauptmann auch den Bund mobilisieren, gegen die Atompläne der EU vorzugehen. “Wir brauchen bei dieser Frage eine starke Haltung, die von allen maßgeblichen Kräften im Land getragen wird”, gibt sich Wallner kämpferisch.

“Wir brauchen bei diesem Thema eine starke Haltung, die von allen maßgeblichen Kräften im Land getragen wird.

Markus Wallner, Landeshauptmann

Alles mobilisieren

Auch auf europäischer Ebene will der oberste Vorarlberger gegen die Atomkraft aktiv werden. Er denkt dabei an den Ausschuss der Regionen, in dem Wallner gegen die Atompläne Stimmung machen will. “Es kann doch nicht sein, dass wir uns in unserem Land für saubere, umweltfreundliche Energie einsetzen und dann derartige Entwicklungen beobachten müssen.”

Markus Wallner und die für ihre Kampf für die Umwelt ausgezeichnete Hildegard Breiner: In Sachen Atomstrom passt kein Blatt zwischen die beiden. <span class="copyright"> VN/Serra</span>
Markus Wallner und die für ihre Kampf für die Umwelt ausgezeichnete Hildegard Breiner: In Sachen Atomstrom passt kein Blatt zwischen die beiden. VN/Serra

Gerade als Vorarlberger sieht sich Wallner in der Pflicht. “Wir haben bei uns eine lange Tradition des Widerstands gegen Atomkraftwerke. Und das aus gutem Grund. Wir müssen alles tun, um diese Pläne zu verhindern. Eine klare Position von Bund und sämtlichen Bundesländern ist ein starkes Signal an Europa.”

Frankreich als Atom-Treiber

Ob der Widerstand gegen die sich ankündende Renaissance der Atomkraft von Erfolg gekrönt sein wird, scheint jedoch mehr als fraglich. Frankreich, das derzeit den Vorsitz im EU-Rat innehat und über 70 Prozent seiner Energie aus Atomkraft bezieht, ist ein vehementer Befürworter der Qualifizierung von Atomenergie als klimafreundliche Technologie. Die Atomkraftgegner sind europaweit in der Minderheit.

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