Er bringt gute Schwingungen an die FH

Vorarlberg / 08.01.2022 • 11:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Er bringt gute Schwingungen an die FH
Rechnen, messen, beobachten: Fadi Dohnal liebt alles, was mit Schwingungen zu tun hat.

Schwingungen und die Familie bestimmen das Leben von Fadi Dohnal.

Dornbirn Fadi Dohnal hat ein beschwingtes Leben hinter sich. Einmal schwingt es ihn nach Japan, ein anderes Mal nach Darmstadt, einmal in die Schweiz. Nun zieht es den Experten für Schwingungen nach Dornbirn. Der promovierte Maschinenbauer und Physiker leitet seit Oktober das Forschungszentrum Mikrotechnik an der Fachhochschule in Dornbirn. Schwingungen sind nicht nur seine Expertise, sie sind seine Leidenschaft.

Zuletzt baute er an der UMIT in Lienz die Division Mechatronik auf und leitete sie selbst.
Zuletzt baute er an der UMIT in Lienz die Division Mechatronik auf und leitete sie selbst.

Wie wird man Experte für Schwingungen? So: Fadi Dohnal studiert an der TU Wien zunächst Maschinenbau. „In der Hälfte meines Studiums habe ich gemerkt, dass es noch Grundlegenderes gibt. Deshalb habe ich mich parallel für ein Physikstudium entschlossen.“ Seine Doktorarbeit widmet er den Schwingungen. „Seit 2003 bin ich mit dem Thema unterwegs. Bis heute.“ Nun bringt er sein Wissen in Dornbirn ein. „Ich bin ein Vollblutforscher“, beschreibt sich der 43-Jährige. Als Maschinenbauer und Physiker habe er in Dornbirn ein Betätigungsfeld gefunden, bei dem beides zusammen trifft. „Ich freue mich extrem, als Mitglied einer hoch qualifizierten Gruppe da zu sein“, streut er seinen Kollegen Rosen. Alle verfügen über ein Spezialgebiet. Mit Fadi Dohnal kommen die Schwingungen dazu.

Die Kombination von Physik und Maschinenbau sei für ihn ideal, sagt der Forscher.
Die Kombination von Physik und Maschinenbau sei für ihn ideal, sagt der Forscher.

Alle, die sich fragen, was eigentlich Schwingungen sind, finden die Antwort in Dohnals Lebenslauf. Nach seinem Studium zieht es ihn für ein paar Monate nach Japan, wo er sich mit Schwingungen von Hochhäusern beschäftigt, die durch Erdbeben entstehen. Anschließend ist er zwei Jahre am Institute of Sound & Vibration Research in England tätig. Dort beschäftigt er sich mit Gehirnwellen von Herzinfarktpatienten. „Da geht es auch um Schwingungen“, berichtet er. An der TU Darmstadt untersucht Dohnal im Maschinenbaulabor, wie man störende Schwingungen von Maschinen eliminiert. Es folgt ein vierjähriger Ausflug in die Privatwirtschaft in der Schweiz. „Dort ging es um Kraftwerke aller Art. Wasserkraft, Atomkraft, Gaskraft, alles war dabei.“ Er beschäftigt sich mit Schwingungen von Generatoren oder anderen drehenden Elementen. „Da waren ganz schräge Entwicklungen dabei. Zum Beispiel Solartürme. Wir berechneten etwa, ob man den Generator oben in 100 Metern Höhe installiert oder besser am Boden belässt.“ Zuletzt leitet er die Division für Mechatronik an der Tiroler Privatuniversität UMIT in Lienz. Nun geht es nach Dornbirn.

Seine Familie ist ihm besonders wichtig. Er pendelt an Wochenenden zu Frau und Tochter.
Seine Familie ist ihm besonders wichtig. Er pendelt an Wochenenden zu Frau und Tochter.

Aufgewachsen ist der Professor in Salzburg. Nicht nur die TU zieht in anschließend nach Wien, sondern auch die Nähe zur Slowakei. „Dort liegen meine Wurzeln, meine Oma wohnt noch immer in Bratislava.“ Die Amplitude in seinem Leben wird sich aber jetzt wohl verkleinern. „Ich bin überzeugt, dass ich einen Anker geworfen habe und bis zu meinem beruflichen Schluss in Dornbirn bleibe. Die Arbeitsumgebung ist perfekt“, schwärmt Dohnal. Seine Frau und seine siebenjährige Tochter wohnen noch in Lienz, sie werden nachkommen. Bis dahin pendelt der Schwingungsexperte.

Dohnal verbringt jede freie Minute mit seiner siebenjährigen Tochter.
Dohnal verbringt jede freie Minute mit seiner siebenjährigen Tochter.

Zwischen Schwingungen im Beruf und Pendeln im Privaten bleibt wenig Zeit für Hobbys. „So spannend mein Berufsleben ist, so langweilig ist mein Privatleben“, erzählt Fadi Dohnal und lacht. “Ernsthaft: Langweilig im Sinne von Stabilität natürlich”, ergänzt er. Die meiste Zeit verbringe er mit seiner Familie. Ansonsten gehe er vollkommen in seiner Forschung auf. Wieder muss er lachen. „Ich träume sogar von Schwingungen und Wellungen.“ Fast schon wie der Klischee-Erfinder im Comicheft, fährt er fort. „Und wenn ich Freizeit habe, spiele ich Schach.“ Oder Billard. „Aber das kann ich nicht gut.“

Fadi Dohnal beherrscht nicht alle Facetten der Schwingerei. Aber wie man Schwünge in den Schnee zaubert, lernt der Professor in Vorarlberg vielleicht auch noch.

Sein Wissen und seine Leidenschaft gibt er an Studenten weiter. Momentan natürlich vermehrt über die Webcam.
Sein Wissen und seine Leidenschaft gibt er an Studenten weiter. Momentan natürlich vermehrt über die Webcam.

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