Vorarlberg nimmt Fahrt auf

Vorarlberg / 09.01.2022 • 19:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Zu Beginn der Omikron-Welle herrscht viel Betriebsamkeit, wie Mobilitätsdaten zeigen.

SCHWARZACH Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung scheinen sich wirklich abzunützen. Das ist nicht nur ein Gerücht. Hielten sich im ersten Lockdown sehr viele Menschen an die Vorgaben, so taten es bei allen weiteren Lockdowns immer weniger. Umgekehrt werden Lockerungen mehr und mehr dazu genützt, Freiheiten in vollen Zügen auszukosten. Diesen Schluss lassen Mobilitätsdaten zu, die der Internetkonzern „Google“ erfasst; und zwar weltweit für Staaten und Regionen, also auch für Österreich und Vorarlberg.

Genau genommen wird die Betriebsamkeit zum Ausdruck gebracht: Freigegebene Standortdaten ermöglichen es, abzuschätzen, wie viele Menschen sich wie lange in bestimmten Bereichen aufhalten. Zum Beispiel im Bereich „Einzelhandel und Freizeit“, zu dem etwa Geschäfte, Restaurants und Kinos zählen. Gegenüber einem Vergleichszeitraum unmittelbar vor Corona gab es hier in Vorarlberg im ersten Lockdown einen Rückgang um 80 Prozent. Im jüngsten Lockdown belief sich der Rückgang auf keine 60 Prozent mehr.

„Vor-Corona-Normalität“

Vor Weihachten 2021, als wieder größere Freiheiten herrschten und der Einzelhandel zumindest für Geimpfte ebenso verfügbar war wie Gastronomiebetriebe, näherte sich die Betriebsamkeit an einzelnen Tagen wieder „Vor-Corona-Normalität“. Das zwar im Verlauf der Pandemie bis dahin nur zwei Mal der Fall gewesen: Im Sommer 2020 und im Sommer des vergangenen Jahres, als es kaum noch wahrnehmbare Beschränkungen und bisweilen sogar die Hoffnung gab, dass alles überstanden sei.

Aktuell sind die Mobilitätsdaten bis zum 3. Jänner verfügbar. Im siebentägigen Mittel lag das Niveau im Bereich „Einzelhandel und Freizeit“ zuletzt um 21 Prozent unter Vor-Corona-Niveau. Das ist auch durch die Feiertage erklärbar. An einzelnen Tagen ist kaum noch ein Rückgang feststellbar. Vor einem Jahr belief sich das Minus im siebentägigen Mittel auf ganze 68 Prozent. Damals herrschte im Hinblick auf eine weitere Infektionswelle ein weiterer Lockdown. Im Bereich „Bahnhöfe und Haltestellen“ gab es zuletzt einen Rückgang von 37 Prozent. Vor einem Jahr war er auch hier mit 62 Prozent viel größer gewesen.

FFP2-Maskenpflicht im Freien

Eine hohe Betriebsamkeit ist aus virologischer Sicht kritisch: Sie weist darauf hin, dass viele Menschen unterwegs sind und aufeinandertreffen könnten. Damit steigt das Ansteckungsrisiko. Seit heute gilt daher eine FFP2-Maskenpflicht auch im Freien, sofern ein Zwei-Meter-Abstand zwischen einzelnen Personen nicht eingehalten werden kann.

Die Mobilitätsdaten zeigen übrigens auch, dass sich die Menschen immer weniger zu Hause aufhalten. Und zwar unabhängig davon, ob gerade ein Lockdown herrscht oder nicht. JOH

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