Bei Rauferei durch Heizstrahler verletzt

Vorarlberg / 10.01.2022 • 22:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Geschäftsführer wurde unbedingt zu einer Geldstrafe in Höhe von 125 Euro verurteilt, 375 Euro wurden auf Bewährung ausgesprochen. eckert
Der Geschäftsführer wurde unbedingt zu einer Geldstrafe in Höhe von 125 Euro verurteilt, 375 Euro wurden auf Bewährung ausgesprochen. eckert

Bei Schlägerei fiel heißes Gerät auf unbeteiligte Diskobesucherin. Lokalbetreiber haftet.

Feldkirch Eine ausgelassene Stimmung herrschte beim Jahreswechsel 2019/20 in einem Unterländer Clublokal. Wegen wechselnder Rauchergesetze wurde im Freien ein Raucherzelt aufgestellt, Heizstrahler sollten für angenehme Temperaturen sorgen. Doch plötzlich fing ein eifersüchtiger Betrunkener völlig grundlos an zu schlägern, ein zweiter mischte mit.

Als einer der Rabauken zu einem Faustschlag gegen einen Dritten ausholte, stieß er an den Heizstrahler, brachte ihn zum Wanken und schließlich zum Umfallen. Die beiden Kontrahenten wurden bereits verurteilt.

Geschäftsführer angeklagt

Bezüglich des Geschäftsführers des Lokals kam es zu einem zweiten Rechtsgang. Zunächst war der Chef der Disco schuldig gesprochen worden. Grobe Fahrlässigkeit, da die Strahler unbefestigt aufgestellt wurden, hieß es in der Begründung. Doch das Oberlandesgericht hob das Urteil auf und schickte den Fall zur neuerlichen Verhandlung ans Landesgericht Feldkirch zurück. Nun wurde ein Sachverständiger hinzugezogen. Richter Martin Mitteregger verurteilte den Geschäftsführer zwar ebenfalls. Die Strafe: 125 Euro unbedingt, 375 Euro auf Bewährung. Das Urteil ist nicht rechtkräftig.

„Es tut uns natürlich leid, dass zwei völlig Unschuldige bei dem Vorfall Verbrennungen erlitten“, so Verteidiger Bernhard Schwendinger. Eine Besucherin wurde unter dem Gerät eingeklemmt, Verbrennungen dritten Grades am Bein waren die Folge. Ein anderer Gast half ihr, hievte das schwere Gerät von ihr runter und verbrannte sich dabei ebenfalls. Doch die Frage, wie gut und ob Heizstrahler gesichert werden müssen, bleibt. Sachverständiger Andreas Ascherl gab in seinem Gutachten ausführlich Auskunft.

Eine Frage der Befestigung

Prinzipiell müssen solche Geräte nicht unbedingt verankert werden. In der Betriebsanleitung wird lediglich ein solches Befestigen empfohlen. Schwendinger betonte, dass das Gerät selbst schwer ist und die Gasflasche zusätzliches Gewicht bringt. Doch die Flasche war zu Silvester offenbar schon ziemlich leer und deshalb leichter. Laut Richter Martin Mitteregger wäre es durchaus zumutbar gewesen, den Strahler am Boden zu befestigen. Im Rahmen der Verkehrssicherungspflichten sei beim Geschäftsführer ein höherer Maßstab anzulegen als bei einem Privatmann, so die Begründung. Es war vorhersehbar, dass reichlich Alkohol fließen werde, es unter Umständen zu einer Rangelei komme und das Zelt dicht besucht sein würde, so der Richter abschließend. EC

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