Blockabfertigung in der Kantine

Vorarlberg / 10.01.2022 • 20:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Blockabfertigung in der Kantine

Infrastruktureinrichtungen bereiten sich auf die Omikron-Welle vor.

Bregenz Omikron hat jetzt auch Vorarlberg fest im Griff. Bereits 80 Prozent aller positiven PCR-Tests sind auf diese Virusvariante zurückzuführen. Konkret sind bislang 1056 Omikron-Fälle bestätigt worden, einige Betroffene müssen auch im Spital behandelt werden. Damit haben sich die Infektionszahlen innerhalb von nur einer Woche verdoppelt. Die hohe Infektiosität heizt zudem die Inzidenz an. Aktuell liegt sie in Vorarlberg bei 618, und die Prognosen sagen weiteres Ungemach voraus. Deshalb hat das Land am Montagvormittag im Rahmen einer Videokonferenz Vertreter diverser Infrastruktureinrichtungen zusammengetrommelt, um sie für die Notwendigkeit von Vorsorgemaßnahmen im personellen Bereich zu sensibilisieren. Von Panik will Landeshauptmann Markus Wallner jedoch nicht reden. „Wir versuchen, das Land mit ruhiger Hand durch diese Krise zu führen“, sagte er bei einer anschließenden Pressekonferenz.

Positiv zur Impfpflicht

Er bestätigte auch eine grundsätzlich positive Stellungnahme des Landes zum Gesetzentwurf für die geplante Impfpflicht. „Wir verlangen aber, dass klargestellt wird, wer Ausnahmen von der Impfung ausstellen darf“, erklärte Wallner. Hier sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. Von verschiedenen Seiten wird bekanntlich gefordert, diese Aufgabe den Amtsärzten zu übertragen. Vorrangig ging es jedoch um Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur. Schon im Dezember habe das Land die Einrichtungen und Gemeinden über entsprechende Notwendigkeiten informiert. Als zentrale Instrumente gegen die Ausbreitung der Omikron-Variante nannte Markus Wallner die Booster-Impfung, FFP2-Masken, regelmäßiges Testen, angepasste Diensträder, Home-Office, wo es möglich ist, sowie allgemeine Kontaktreduktionen. Als Speerspitze im Kampf gegen die Omikron-Welle bezeichnete er den Impfschutz und da die Auffrischungsimpfung. Sicherheitslandesrat Christian Gantner betonte: „Das Aufrechterhalten der kritischen Infrastruktur sowie das Absichern der versorgungsnotwendigen Güter und Dienstleistungen stehen im Vordergrund der Vorbereitungen.“ Diesbezüglich sieht Gantner die relevanten Einrichtungen aber gut vorbereitet.

Personallücken vermeiden

In erster Linie geht es darum, keine großen Personallücken aufreißen zu lassen. Die illwerke vkw haben darauf reagiert. Laut Vorstand Christof Germann sind 350 einsatzfähige Mitarbeitende erforderlich, um die Stromversorgung aufrechtzuerhalten. Würde ein Drittel von ihnen gleichzeitig ausfallen, wäre das Unternehmen immer noch in der Lage zu agieren. „Die gelockerten Quarantäneregeln helfen uns da sehr“, sagte Germann. Schon jetzt sind die Mannschaften im Kraftwerks- und Netzbereich separiert, die Teams haben untereinander keinen Kontakt. Auch die Schichtübergabe erfolgt virtuell. Innert 24 Stunden wäre auch ein Isolationsbetrieb möglich. Wohncontainer mit Feldbetten stehen für den Fall des Falles schon bereit. Diese Maßnahme würde 40 Mitarbeitende treffen.

Die Polizei ist ebenfalls gerüstet. So sind unter anderem Aus- und Fortbildungen eingeschränkt worden. Fast das gesamte Personal steht zur Verfügung. Landespolizeidirektor Hans-Peter Ludescher berichtete von einer Blockabfertigung in der hauseigenen Kantine sowie Maskenpflicht in der Landesleitzentrale. Die müsse immer funktionieren. Sollte es zu großen Ausfällen kommen, womit Ludescher aufgrund der hohen Durchimpfungsrate aber nicht rechnet, könnte Personal aus anderen Bundesländern nach Vorarlberg beordert werden. „Die Sicherheit ist auch in Zeiten von Omikron gewährleistet“, betonte der Polizeichef. Ob er nach Einführung der Impfpflicht mit noch mehr Demonstrationen rechnet? „Wir haben jetzt schon eine hohe Dichte, mehr geht kaum noch“, meinte er auf VN-Nachfrage. Die Entwicklung sei jedoch schwer abzuschätzen. Hans-Peter Ludescher geht aber davon aus, dass die Kundgebungen bis Mitte des Jahres anhalten könnten. VN-MM

„350 Mitarbeiter sind erforderlich, um die Stromversorgung aufrechtzuerhalten. Die gelockerten Quarantäneregeln helfen uns.“

Blockabfertigung in der Kantine

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