Feinfühliger Blick ins Monokel

Vorarlberg / 10.01.2022 • 16:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Herbert Walser-Breuß und Veronika Morscher standen mit dem Jazztrio „Owls“ auf der Bühne.He
Herbert Walser-Breuß und Veronika Morscher standen mit dem Jazztrio „Owls“ auf der Bühne.He

Das Trio „Owls“ verzauberte das Publikum im Theater am Saumarkt.

Feldkirch Die virtuosen „Owls“ gewährten auf dem traditionellen Neujahrsjazzfestival im Theater am Saumarkt Einblicke in ihr nächstes Album „Wendolin’s Monocle“. Dabei ließen sie eine moderne Stilmischung erklingen und begeisterten mit zwei besonderen Gästen.

Musikalische Sturmböen

Hinter den „Owls“ verbergen sich in der Stammbesetzung die drei jungen Künstler Simon Oberleitner (Klavier, Live Electronics), David Ambrosch (Kontrabass) und Konstantin Kräutler-Horváth (Schlagzeug, Samples). Der Pianist, Komponist und Musikpädagoge Oberleitner spielt in vielfältigen Formationen und ist sowohl in der Renaissance als auch im modernen Jazz und in der elektronischen Musik zu Hause. Kräutler-Horváth an den Drums trat schon auf Bühnen in ganz Europa auf. Der Vorarlberger David Ambrosch spielt den Kontrabass ebenso in verschiedenen Bands. Schon mit „The Root“ ließ das Jazztrio seine Dynamik von leisen sphärischen Klängen bis zum aufbrausenden Sturm erkennen. Diese steigerte sich bei „The Storm“ noch weiter. Dabei betrat Herbert Walser-Breuß aus Feldkirch als erster bekannter Gast die Bühne des TaS, welcher das Trio mit gefühlvollen Improvisationen auf seiner Trompete komplettierte. Im darauffolgenden Stück „Das Wissen lehnt an den Rückwänden seiner Gegenstände“ wurde der Wiener Schriftsteller, Regisseur und Schauspieler Klaus Haberl eingespielt. Scheinbar Entgegengesetztes begann sich dabei spannend musikalisch zu berühren.

Romantische Kirschblüte

Gespannt wurde nun schon der Auftritt des nächsten musikalischen Gasts erwartet, welcher das Trio ebenfalls auf seinem neuen Album ergänzt: Veronika Morscher, treuen Neujahrsjazzfestivalgästen noch von ihrem Auftritt mit „Cabbages and Kings“ in Erinnerung, steuerte gefühlvolle romantische Zeilen zu „Prunus serrulata“ hinzu. Dabei erblühte die Kirschblüte vor den aufmerksamen Zuhörern in voller Pracht.

Bei der anschließenden Zugabe traten alle fünf Jazztalente noch gemeinsam auf. Mal bewusst entschleunigend, dann wieder dynamisch aufbrausend versprühten die Musiker eine schier unbändige Spielfreude und Begabung auf ihren Instrumenten. HE

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